AMAG-AREAL: Ebikon soll wohnlicher werden

Nun ist klar, wie das neue Quartier an der stark befahrenen Luzernerstrasse aussehen soll. Ob es tatsächlich so gebaut wird, entscheidet das Volk.

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231 «bezahlbare» Mietwohnungen für Single-, Paar- und Familienhaushalte sollen auf dem Sagenmatt-Areal entstehen. (Bild: Visualisierung PD (Studio 12, Luzern; Architektur: Meyer Gadient und Schärli Architekten, Luzern))

231 «bezahlbare» Mietwohnungen für Single-, Paar- und Familienhaushalte sollen auf dem Sagenmatt-Areal entstehen. (Bild: Visualisierung PD (Studio 12, Luzern; Architektur: Meyer Gadient und Schärli Architekten, Luzern))

Die Autohändlerin Amag schliesst bekanntlich verschiedene Standorte in der Region und realisiert dafür in Perlen einen grossen Neubau mit Verkaufsräumlichkeiten, Werkstätten und Tankstelle (Ausgabe vom 6. Januar 2016). Nun ist klar, was die Amag mit ihrer im Ebikoner Sagenmatt-Areal frei werdenden Fläche vorhat: Es soll «entwickelt», sprich neu überbaut werden – dies im Einklang mit dem bereits bestehenden Masterplan, den die Gemeinde Ebikon für das Gebiet entlang der Durchgangsachse erarbeitet hat.

Auf dem 16 500 Quadratmeter grossen Areal sind vor allem Wohnungen geplant. Wie das Unternehmen dieser Tage mitteilte, soll das Grundstück später samt den neuen Gebäuden in das Portfolio der Careal Immobilien AG überführt und dort langfristig als Anlageobjekt gehalten werden. Amag und Careal sind Firmen der gleichen Schweizer Familienholding.

Luzerner Architekten siegreich

Bereits durchgeführt wurde ein zweistufiger Studienauftrag, zu dem acht Architekturbüros aus der ganzen Schweiz eingeladen wurden. Gemäss einer Medienmitteilung schafften es vier Teams in die zweite Runde, aus der die Luzerner Arbeitsgemeinschaft Schärli Architekten AG/Meyer Gadient Architekten siegreich hervorging. «Ziel des Studienauftrags war der Entwurf eines Konzepts für das zukünftig als ‹Urbane Zone› bezeichnete Gebiet. Neu sollten auch im nördlichen Arealteil verstärkt Wohnnutzungen möglich sein, um das Wohnquartier stadträumlich stärker mit der Luzernerstrasse zu verbinden und die dort einseitige Gewerbe-Ausprägung anzureichern und damit zu beleben», schreibt die mit der Organisation und Durchführung des Studienauftrags beauftragte Zürcher Firma Wüest & Partner. Einfacher formuliert: Entlang der stark befahrenen Kantonsstrasse sollen künftig viel mehr Leute wohnen als bisher.

Für jeden Geldbeutel

Das siegreiche Projekt sieht auf insgesamt 18 000 Quadratmetern 231 Mietwohnungen vor. «Viele der Grundrisse sind bewusst eher klein geschnitten, um die Wohnungen zu einem zahlbaren Preis anbieten zu können», erklärt Bruno Fritschi von Wüest & Partner. Es sei eine grosse Anzahl unterschiedlicher Wohnungstypen für Single-, Paar- und Familienhaushalte und für jeden Geldbeutel geplant. Angestrebt werde eine gut durchmischte, lebendige Nachbarschaft. In den oberen Geschossen der neuen Überbauung sollen überdies etwa 50 bezahlbare, loftartige Wohnungen entstehen. Hauptsächlich im Erdgeschoss entlang der Strasse sind schliesslich Geschäftsräume mit einer Gesamtfläche von 2650 Quadratmetern vorgesehen.

Die Amag wird das Areal wohl Anfang 2018 räumen. Bis dann soll das Projekt nach Möglichkeit ausführungsreif sein. «Ziel ist es, möglichst schnell mit dem Bau zu beginnen», versichert Bruno Fritschi. Er ist sich freilich im Klaren darüber, dass das Projekt bis dann eine politische Hürde zu nehmen hat. Denn ein noch auszuarbeitender Bebauungsplan muss vom Volk abgesegnet werden – im Rahmen einer Urnenabstimmung. «Diese wird voraussichtlich im nächsten Jahr stattfinden», erklärt Peter Schärli, Bauvorsteher von Ebikon. Für ihn stellt die vorgeschlagene Überbauung «eine klare Aufwertung des Areals» dar. «Es entsteht hier ein neues, belebtes Quartier – übrigens ganz in der Nähe der gemeindeeigenen Infrastruktur, namentlich der Schulhäuser. Das ist eine erfreuliche Entwicklung», so der SP-Politiker.

«Viel Dynamik»

Ebikon steht vor einer grossen städtebaulichen Entwicklung, was unter anderem der erwähnte Masterplan andeutet. Auch die entstehende Mall of Switzerland wird die Gemeinde künftig prägen. Peter Schärli ist sich dessen bewusst: «Es steckt derzeit sehr viel Dynamik in unserer Gemeinde.» Derzeit werde in Ebikon an verschiedenen weiteren Neubauprojekten gearbeitet. Schärli: «So weit fortgeschritten wie jenes auf dem Amag-Gelände ist allerdings noch keines.»

Christian Peter Meier