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Das Luzerner Kantonsspital plant am Hauptstandort eine grosse Rochade

Das Luzerner Kantonsspital präsentiert seine Baustrategie bis ins Jahr 2035 . Diese zeigt auf: Das Bettenhochhaus wird abgerissen.
Roseline Troxler

Die Investitionen, die das Luzerner Kantonsspital (Luks) in den nächsten Jahren tätigen will, dürften die Milliardengrenze erreichen. Am Freitagmorgen hat das Spital über seine Baupläne in den Regionen Luzern, Sursee und Wolhusen informiert. Sie sollen laut Luks-CEO Benno Fuchs bis spätestens 2035 umgesetzt sein, abhängig von der Finanzierung und möglicher Einsprachen.

Für den Standort Luzern wurde eine Gesamtstrategie erstellt. Die Pläne betreffen das Areal Ost. Die Vorhaben wurden laut Peter Schilliger, Vizepräsident des Spitalrats, priorisiert und sind in sich abgeschlossen. Das Spital setzt dabei auf Neubauten statt Sanierungen und auf kürzere Wege:

Bis 2025 soll der Neubau des rund 50-jährigen Kinderspitals und der Frauenklinik von 2001 stehen. Kosten: 170 bis 200 Millionen Franken. Die Bereiche sollen Tür-an-Tür gebaut werden. Der Bezug ist per 2026 geplant. Derzeit läuft der Wettbewerb. Das Siegerprojekt soll Mitte 2020 bekannt gegeben werden. Vorgesehen sind beim Bau drei Untergeschosse. Während das erste für die Logistik und Technik reserviert sein soll, sind die Untergeschosse zwei und drei für Parkplätze geplant, die von der Spitalstrasse her erschlossen werden. Wie die heutige Frauenklinik künftig genutzt wird, ist noch offen. Sobald der Neubau in Betrieb ist, sollen das alte Kinderspital und das Besucher-Parkhaus weichen.

In der ersten Phase soll der Neubau der Kinderklinik und der Frauenklinik (blau) im östlichen Bereich des Spital-Areals in Luzern entstehen. In den Untergeschossen gibt es Parkplätze. (Bild: PD)

In der ersten Phase soll der Neubau der Kinderklinik und der Frauenklinik (blau) im östlichen Bereich des Spital-Areals in Luzern entstehen. In den Untergeschossen gibt es Parkplätze. (Bild: PD)

Auf der frei werdenden Fläche soll ein Ambulatorium entstehen. Auch hier ist eine Tiefgarage geplant. Das Bürogebäude und das Parkhausprovisorium östlich des Bettenhochhauses werden abgerissen.

Wo heute das Kinderspital und das Besucher-Parkhaus steht, ist in der Phase 2 ein Ambulatorium vorgesehen (blau). (Bild: PD)

Wo heute das Kinderspital und das Besucher-Parkhaus steht, ist in der Phase 2 ein Ambulatorium vorgesehen (blau). (Bild: PD)

Nun folgt das grösste Vorhaben: Das 1982 eröffnete Bettenhochhaus wird ersetzt. Östlich davon ist das neue Spitalzentrum vorgesehen. Die verschiedenen Bauten sind im Erd- und 1. Obergeschoss verbunden. In der Mitte sollen Operationssäle und die Infrastruktur für die Diagnostik entstehen. Die Untergeschosse werden mit jenen der anderen Neubauten verbunden. Die Erschliessung soll vor allem über die Friedentalstrasse erfolgen. Steht der Neubaukomplex, wird das Bettenhochhaus abgerissen.

In der dritten Phase entsteht das neue Spitalzentrum (blau). Das Bettenhochhaus wird rückgebaut (weiss). (Bild: PD)

In der dritten Phase entsteht das neue Spitalzentrum (blau). Das Bettenhochhaus wird rückgebaut (weiss). (Bild: PD)

Die durch den Rückbau des Bettenhochhauses frei gewordene Fläche wird für Nachfolgeprojekte freigehalten, als Zwischennutzung ist ein Park geplant.

In der vierten Phase entsteht am Standort des Bettenhochhauses ein temporärer Park. Die Fläche soll künftigen Generationen für Ersatzbauten dienen. (Bild: PD)

In der vierten Phase entsteht am Standort des Bettenhochhauses ein temporärer Park. Die Fläche soll künftigen Generationen für Ersatzbauten dienen. (Bild: PD)

Weitere Projekte auf der Landschaft

Weiter fortgeschritten ist das Bauvorhaben in Wolhusen: Für 110 Millionen Franken (exklusive Nebengebäude, Parkplätze, Rückbau und Hausarztpraxis) ist ein Neubau geplant. Die Baueingabe soll noch in diesem Monat erfolgen. Sofern es keine Einsprachen gibt, soll der Spatenstich im Frühling 2020 stattfinden. Der Bau würde im Jahr 2023 fertiggestellt.

In der Region Sursee ist folgendes vorgesehen: Für das Spital Sursee ist ein Neubau geplant. Im Finanzplan des Luks von 2025 bis 2028 sind hierfür Investitionen mit pauschal 200 Millionen Franken ausgewiesen. Noch offen ist, wo der Neubau erstellt wird. Zur Auswahl stehen noch der jetzige Standort an der Spitalstrasse in Sursee oder die Schwyzermatt in Schenkon. Bei letzterem liegen in der Zwischenzeit Absichtserklärungen mit den Grundeigentümern für die Kompensation von Fruchtfolgeflächen am Standort Schwyzermatt vor, weitere Abklärungen mit den kantonalen Dienststellen finden derzeit statt. Einiges deutet auf den Standort Schenkon – auch, weil Sursee einen Fragekatalog des Spitalrats unbeantwortet liess (wir berichteten). Im Herbst soll der Entscheid durch den Spitalrat fallen und mit der Regierung besprochen werden. Der Bezug ist 2028 geplant.

Ambulante Eingriffe bedeuten Herausforderung

Wie viel die Bauprojekte insgesamt kosten, kann Spitaldirektor Benno Fuchs noch nicht sagen. Er betont jedoch:

«Die Finanzierung der Bauten ist die grösste Herausforderung für das Luks. Dies wird sehr ambitiös.»

Denn das Spital muss seine Bauten selber finanzieren. Fuchs verweist auf den Druck von der Politik, dass mehr Behandlungen ambulant statt stationär durchgeführt werden sollen. Damit fallen Einnahmen für die Spitäler weg. Gesundheitsdirektor Guido Graf (CVP) rechnet damit, dass sich die «ambulanten Fälle innert zehn Jahren verdoppeln».

Eine weitere Herausforderung besteht darin, dass der Eigenkapitalanteil bei der Finanzierung des Luks immer über 50 Prozent des Gesamtkapitals betragen muss. Diese Vorgabe macht der Kanton als Eigner des Luks. Auf Anfrage meint Guido Graf aber: «Wir befinden uns in einem Prozess zur Überarbeitung der Eignerstrategie.» Weiter will sich Graf derzeit nicht äussern.

Klar ist, dass das Luks für den Bau des Kinderspitals auf Spendengelder hofft. «Wir bauen derzeit intern eine Organisation für die Generierung von Spendengeldern auf», sagt Benno Fuchs. Das Kinderspital ist schon heute nicht kostendeckend und muss querfinanziert werden. Der Grund liege in den zu niedrigen Tarifen. Graf meint dazu: «Auf politischer Ebene laufen Bestrebungen, dies zu ändern. Auch der Kanton Luzern bringt sich hier ein.»

CEO des Luzerner Kantonsspitals bestätigt Vorgehen

(rt) Das Luzerner Kantonsspital hat in den letzten Jahren viel in Zimmer für Zusatzversicherte investiert. Auch andere Zentralschweizer Spitälern haben in diesem Bereich aufgerüstet. Als einziges öffentliches Spital in der Zentralschweiz weist das Luks seinen Anteil Zusatzversicherter nicht aus. Gesundheitsdirektor Guido Graf zeigt sich auf Anfrage überrascht, verweist aber an die Spitalleitung. Luks-CEO Benno Fuchs erklärt: «Die Zahlen nicht auszuweisen, entspricht unserem Grundsatz und liegt an der Konkurrenz.»

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