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Amerikaner kopieren Luzerner Löwendenkmal

Eine Kopie der Luzerner Touristenattraktion steht seit Dienstag im Stadtpark von Colorado Springs. Das Löwendenkmal erinnert an Polizisten, die im Dienst ihr Leben liessen.
Robert Knobel
Das Denkmal bei der Eröffnung am 15. Mai in Colorado Springs.
Das Denkmal in Arbeit.
Modell des Denkmals. Bilder: Pikes Peak Region Peace Officers' Memorial
3 Bilder

Das «Löwendenkmal» von Colorado Springs

Da muss man als Luzerner zweimal hinschauen: Die bekannte Skulptur des sterbenden Löwen in einer exakten Kopie – einzig der Stein ist deutlich dunkler als im Original aus Luzern. Zu sehen ist der «Lion of Lucerne», wie das Denkmal offiziell genannt wird, im «Memorial Park» in der US-Stadt Colorado Springs. Am Dienstag wurde es feierlich eröffnet. Der Anlass dazu ist allerdings ein trauriger. Die Skulptur wurde im Gedenken an Polizisten geschaffen, die im Dienst ihr Leben liessen. Insgesamt 30 an der Zahl waren es, die seit 1895 in der Region rund um Colorado Springs bei der Ausübung ihres Berufes getötet wurden. Ihre Namen sind auf der Skulptur eingraviert – zusammen mit folgenden dramatischen Worten:

Ich war dort, wo du fürchtest zu sein.
Ich habe gesehen, was du fürchtest zu sehen.
Ich habe getan, was du fürchtest zu tun.

All diese Dinge habe ich für dich getan.

Die Idee für das Denkmal existiert seit 2005, wie die «Colorado Springs Gazette» berichtet. Dazu wurde eigens ein Verein gegründet, der sich fortan um das Sammeln von Spenden kümmerte, um das Denkmal zu realisieren.

Gestorben für die Gemeinschaft – oder nur für den König?

Doch wie kam überhaupt der Luzerner Löwe zu US-Ehren? Den Initianten gefiel die Geschichte des Löwendenkmals, die an die im Jahr 1792 gefallenen Schweizer Söldner erinnert. «Auch sie haben ihr Leben geopfert für die Gemeinschaft», schreibt der Verein auf seiner Website. Bloss: Im Gegensatz zu den Polizisten aus Colorado haben die Schweizer Söldner ihr Leben nicht für ihre Landsleute geopfert, sondern für den französischen König – ein Opfer, das zudem besonders unnötig erscheint, da die französische Monarchie wenig später abgeschafft wurde. Vor wenigen Wochen entbrannte in Luzern eine Kontroverse um das Löwendenkmal (siehe Interview unten). Ist es heute noch legitim, die Verteidiger des französischen Absolutismus zu ehren, der mit unseren heutigen Werten kaum vereinbar ist?

In Colorado Springs braucht man sich nicht mit solchen philosophischen Fragen herumzuschlagen. Schliesslich ist das Gedenken an gefallene Polizisten unbestritten. Die Initianten müssen auch keine Plagiats-Klage fürchten. Zwar befindet sich das Original-Löwendenkmal im Besitz der Stadt Luzern. Die Rechte am Kunstwerk wären hingegen beim Künstler Bertel Thorvaldsen. Da dieser 1844 starb, ist die Schutzfrist schon längst abgelaufen.

Colorado Springs

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