Amtierende Gemeinderäte erzielen magere Ausbeute bei Luzerner Kantonsratswahlen

64 aktuelle oder ehemalige Luzerner Gemeinderäte haben einen Sitz im 120-köpfigen Kantonsparlament angestrebt. Jetzt zeigt sich: Die neuen Kantonsrats-Anwärter unter ihnen erzielten kaum Erfolge – ausgenommen bei einer Partei.

Yasmin Kunz
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Stephan Betschen (Buchrain), Sibylle Boos-Braun (Malters) und Sabine Wermelinger (Flühli) haben drei Sachen gemeinsam: Sie amtieren als Gemeinderäte, gehören der FDP an und sind seit Sonntag Mitglied des kantonalen Parlaments.

Insgesamt strebten 64 aktuelle oder ehemalige Luzerner Gemeinderäte wieder oder neu einen Sitz im Kantonsparlament an. Die ehemaligen FDP-Gemeinderäte, die zum ersten Mal für den Kantonsrat kandidiert haben, schafften den Sprung nicht: Luzia Syfrig (Hitzkirch) und Josef Christen (Alberswil) wurden nicht gewählt. Die vier ehemaligen FDP-Gemeinderäte Irene Keller (Vitznau), Ruedi Amrein (Malters), Georg Dubach (Triengen) und Othmar Amrein (Eschenbach) hingegen haben die Wiederwahl geschafft und haben auch für die nächsten vier Jahre einen Kantonsratssitz auf sicher.

Nur ein CVP-Gemeinderat schafft den Sprung

Gelungen ist der Einzug noch Daniel Rüttimann aus Hochdorf. Der CVP-Politiker ist aktuell Vorsteher des Ressorts Soziales, Gesundheit und Sicherheit in der Seetaler Gemeinde.

Bei der CVP gingen die ehemaligen Gemeinderäte, die wieder kandidierten (Gianmarco Helfenstein, Luzern/Horw und Franz Bucher, Hochdorf) leer aus – wie bei der FDP. Heidi Rauter-Marbach aus Rain, ehemalige CVP-Gemeinderätin, konnte ebenfalls nicht genug Stimmen für einen Sitz im Kantonsrat holen.

Drei Hochdorfer Gemeinderäte wollten ins Parlament

Gleich drei amtierende Gemeinderäte von Hochdorf hatten Ambitionen auf einen Kantonsratssitz. Neben Daniel Rüttimann waren das Roland Emmenegger und Daniela Ammeter, beide FDP. Die beiden FDP-Politiker haben den Einzug nicht geschafft. Roland Emmenegger findet sich, nachdem Fabian Peter zum Regierungsrat gewählt wurde, mit 3555 Stimmen an erster Stelle der Nicht-Gewählten wieder. Martin Birrer, 3814 Stimmen, wird voraussichtlich für Fabian Peter nachrücken.

Sowohl bei der CVP als auch bei FDP, GLP und SP konnten alle amtierenden Gemeinderäte, die wieder für den Kantonsrat kandidierten, den Sitz im Parlament halten.

Luzerner Gemeinden wollen noch mehr Macht im Kantonsrat

64 aktuelle oder ehemalige Luzerner Gemeinderäte streben einen Sitz im 120-köpfigen Kantonsparlament an. Damit dürfte der Einfluss der Kommunen stark zunehmen. Ist das sinnvoll? Exponenten von links bis rechts sind sich uneins.
Lukas Nussbaumer