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ANALYSE: Luzerns Weihnachtsstern verglüht

Bei hochsommerlichen Temperaturen spielt sich in der Stadt Luzern zurzeit ein Weihnachtsdrama ab. Der Verein Weihnachtsbeleuchtung Luzern (VWBL) verzichtet künftig auf die Beleuchtung der Hirschmattstrasse (Ausgabe von gestern). Zudem lehnt man den Kompromissvorschlag der Stadt ab.
So strahlte die Weihnachtsbeleuchtung an der Hirschmattstrasse in Luzern im Jahr 2009. (Bild: Chris Iseli / Neue LZ (Archiv))

So strahlte die Weihnachtsbeleuchtung an der Hirschmattstrasse in Luzern im Jahr 2009. (Bild: Chris Iseli / Neue LZ (Archiv))

Robert Knobel, Leiter Ressort Stadt/Region Luzern, über den Streit um die Weihnachtslichter

Dieser sah vor, die Weihnachtsbeleuchtung in der Altstadt versuchsweise bereits um 14 Uhr einzuschalten statt wie bisher um 16 Uhr. Doch der Verein fordert nach wie vor eine Beleuchtung der Gassen schon ab 12 Uhr. Um einen neuen Kompromiss zu finden, fehle wiederum die Zeit, heisst es bei der Stadt – heute ist der 27. August!

Ist Luzern eigentlich von allen guten Geistern verlassen? Stadt und Gewerbevertreter wurden in den letzten Monaten nicht müde, vor den Folgen der Mall of Switzerland zu warnen. Das Einkaufszentrum in Ebikon wird 2017 eröffnet. Die neue Grosskonkurrenz wird sich auf die Umsätze in der Luzerner Innenstadt negativ auswirken, so die allgemeine Überzeugung. Deshalb muss sich die City ihrerseits als «Freiluft-Einkaufszentrum» positionieren und den Kunden künftig ein noch attraktiveres Einkaufserlebnis bieten können.

Doch stattdessen feilscht man um die Zahl der Stunden, an denen die Adventslichter in der Altstadt brennen dürfen, und trägt diesen Konflikt auch noch über die sozialen Medien aus. Kommt hinzu, dass die abgeschaffte Beleuchtung der Hirschmattstrasse möglicherweise nur der Anfang ist. Gemäss dem Verein Weihnachtsbeleuchtung Luzern könnten künftig sogar die Seebrücke und der Rathaussteg im Dunkeln bleiben. Damit würde ausgerechnet bei den Aushängeschildern der Luzerner Weihnachtsbeleuchtung der Aus-Schalter gedrückt. «Die Weihnachtsbeleuchtung stirbt in Raten, wenn es so weitergeht», klagte Ver­einspräsident Daniel Wettstein in unserer gestrigen Ausgabe. Doch damit nicht genug der weihnächtlichen Tristesse: Auch das bei der Bevölkerung beliebte Eisfeld vor dem KKL ist akut gefährdet, und die grossen Pläne für eine «Weihnachtswelt» am Nationalquai wurden vom Stadtrat allesamt abgeschmettert.

Luzern hat zwar nicht das Renommee international bekannter «Weihnachtsstädte». Doch in den letzten Jahren entwickelte sich immerhin ein gewisser Adventstourismus, der dem zunehmend attraktiven Angebot mit Weihnachtsmärkten und Anlässen zu verdanken ist. Diese positive Entwicklung ist jetzt allerdings gefährdet. Wer hat Schuld daran? Da ist einerseits die Stadtverwaltung, der das weihnächt­liche Treiben zu bunt ist und die offenbar lieber einen winterlich leeren Quai hat als einen belebten Weihnachtsmarkt an dieser Stelle. Was die Stadtverwaltung von bunten Lichtern hält, musste kürzlich auch das Hotel Schweizerhof erfahren. Mit bürokratischen Argumenten versucht die Stadt dort, das neue Beleuchtungskonzept des Luxushotels zu bodigen.

An der Nase nehmen müssen sich aber auch die Geschäfte in der Innenstadt, die am meisten vom Weihnachtstrubel profitieren. Dem Verein Weihnachtsbeleuchtung gelingt es nur noch mit grösster Mühe, die nötigen Gelder für die Strassenbeleuchtung einzutreiben. Immer wieder ist von Fällen zu hören, wo es zähe Verhandlungen mit den Konzernzentralen braucht, um den internationalen Modeketten in der Altstadt einen Beitrag von ein paar hundert Franken abzuringen. Und selbst bei einheimischen Firmen beisst man offenbar auf Granit, wie das Beispiel der Hirschmattstrasse zeigt.

Doch die Marktpräsenz in der Luzerner Innenstadt sollte sich nicht darin erschöpfen, die dort üblichen überteuerten Mieten zu zahlen. Jedes Geschäft soll seinen Beitrag zur Erhaltung der Standortattraktivität leisten. Denn eines steht wohl heute schon fest: In der Mall of Switzerland wird man nicht über solche Selbstverständlichkeiten wie Weihnachtsbeleuchtung diskutieren.

Robert Knobel, Leiter Ressort Stadt/Region Luzern, über den Streit um die Weihnachtslichter.

Robert Knobel, Leiter Ressort Stadt/Region Luzern, über den Streit um die Weihnachtslichter.

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