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ANALYSE: Veloparkplätze: Es braucht endlich Lösungen

Robert Knobel, Leiter Ressort Stadt/Region bei der Neuen Luzerner Zeitung, über den Mangel an Veloparkplätzen in der Stadt Luzern.
Robert Knobel
Velofahrerinnen können ihre Fahrräder oft gar nicht unmittelbar beim Bahnhof abstellen, weil alle Plätze belegt sind. (Bild Dominik Wunderli)

Velofahrerinnen können ihre Fahrräder oft gar nicht unmittelbar beim Bahnhof abstellen, weil alle Plätze belegt sind. (Bild Dominik Wunderli)

Rund um den Luzerner Hauptbahnhof platzen die Velo-Abstellplätze aus allen Nähten. Würde der städtische Ordnungsdienst nicht täglich falsch abgestellte Fahrräder entfernen, hätten wir ein veritables Velochaos. Die Stadt scheint das Problem erkannt zu haben, und so will sie noch in diesem Jahr ein Parkierungskonzept für Velos präsentieren. Darin will sie insbesondere aufzeigen, wie die Zahl der Veloparkplätze rund um den Bahnhof erhöht werden kann. An Konzepten mangelt es in der Stadt Luzern ja beileibe nicht.

Ob das Parkierungskonzeptzu einer nachhaltigen Verbesserung der Situation führt, bleibt abzuwarten. Martin Urwyler, Projektleiter Mobilität beim städtischen Tiefbauamt, dämpfte in unserer Zeitung bereits allzu grosse Erwartungen: Der geplante Velotunnel unter dem Bahnhof Luzern, der die überwachte Velostation auf Seite KKL erschliessen soll, käme die Stadt wohl zu teuer zu stehen – sicher mehrere Millionen Franken. Zudem könnte der Velotunnel einem künftigen Tiefbahnhof im Weg stehen (Ausgabe vom 13. Februar). Damit relativiert die Stadt ihre eigenen Ziele, die sie sich erst vor einem Jahr mit der umfangreichen Mobilitätsstrategie gesetzt hat. Dort heisst es, der Velotunnel solle bis 2020 realisiert werden. Konkret soll der bestehende, ausgediente Posttunnel unter dem Bahnhof ausgebaut werden, damit Velofahrer von der Neustadt direkt zur Velostation auf der anderen Seite des Bahnhofs gelangen können. Dies würde die Erreichbarkeit der Velostation insbesondere für Velofahrer aus der Neustadt, dem Bruchquartier sowie aus Kriens und Horw deutlich verbessern – sie müssten dann nicht mehr über den gefährlichen Bahnhofplatz fahren.

Auf der Velostation mit ihren 1100 Plätzen ruht denn auch die ganze Hoffnung der städtischen Verkehrsplaner. Denn hier gibt es, was überall sonst in der Innenstadt grösste Mangelware ist: freie Plätze. Im Schnitt ist die Velostation bloss zu einem Drittel ausgelastet. Ist die Station bequemer erreichbar, wird sie auch häufiger benutzt, so die Hoffnung.

Die Erreichbarkeitder Velostation ist aber wohl nicht der einzige Grund für die schlechte Auslastung. Denn das Parkieren dort ist kostenpflichtig – im Gegensatz zu den übrigen Veloabstellplätzen am Bahnhof. Die meisten Velofahrer wollen ihr Vehikel möglichst nah an ihrem Ziel und ohne irgendwelche Formalitäten abstellen. Dazu gibt es beim Bahnhof Luzern diverse Möglichkeiten – beim Haupteingang, an der Zentralstrasse oder auf der Bahnhofstrasse. Ein Ausbau an diesen Standorten ist deshalb mindestens so sinnvoll wie der Bau eines Velotunnels. Auch zwischen Vögeligärtli und Bahnhof wären zusätzliche Veloabstellplätze machbar. All dies würde wesentlich weniger kosten als ein millionenteurer Tunnel. Zudem wären solche Massnahmen viel rascher realisierbar.

Voraussetzung dafür ist aber, dass man bei der Stadt die Prioritäten realistisch setzt und nicht untätig auf eine allfällige Luxuslösung in ferner Zukunft wartet. Der Stadtrat machte nicht den Eindruck, als hätte er eine überzeugende Strategie, als er im letzten Herbst ausgerechnet entlang der Zentralstrasse Veloplätze abbauen wollte. Es war das Stadtparlament, das dann die Notbremse zog – der Abbau von mehreren Dutzend Veloplätzen in unmittelbarer Bahnhofsnähe konnte verhindert werden.

Die Stadt plantdemnächst die Einsetzung eines vollamtlichen Velobeauftragten. Dieser soll dafür sorgen, dass der Anteil des Veloverkehrs am Gesamtverkehr von 2 auf 4 Prozent verdoppelt wird. Unter diesen Umständen darf man mit gutem Recht erwarten, dass das Veloparkierungskonzept nicht nur verkehrsplanerische Floskeln enthält, sondern überzeugende Lösungen aufzeigt. Diese müssen schnell und kostengünstig umsetzbar sein – notabene ohne anderen Verkehrsteilnehmern den Platz streitig zu machen. Angesichts der Herkulesaufgaben, welchen die Stadt Luzern beim ÖV und beim Privatverkehr gegenübersteht, sollten ein paar hundert zusätzliche Veloparkplätze keine Hexerei sein.

Robert Knobel

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