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Interview

Ständeratskandidatin Andrea Gmür will den Sitz für die CVP verteidigen

Bei den kantonalen Wahlen musste die CVP Federn lassen. Um so wichtiger ist die Verteidigung des Sitzes im Ständerat.
Martina Odermatt

Andrea Gmür-Schönenberger schaffte 2015 den Sprung in den Nationalrat. Nun will die 55-jährige CVP-Politikerin aus der Stadt Luzern in der kleinen Kammer mitmischen.

Sie haben sich für den Fototermin die Luzerner Seebadi ausgesucht. Weshalb?

Andrea Gmür: Die Seebadi ist ein wunderschöner Ort: Ein Treffpunkt für Luzerner und Luzernerinnen jeglicher Couleur! Ausserdem sieht man von hier aus auch das KKL, den Pilatus und den Bahnhof. Das sind Sinnbilder für Weltoffenheit, Tourismus, Mobilität, um nur einige zu nennen – und ausgesprochen wichtig für Stadt und Kanton Luzern.

Ständeratskandidatin Andrea Gmür in der Luzerner Seebadi. Hier ist die Politikerin im Sommer öfters anzutreffen. (Bild: Pius Amrein, 20. September 2019)

Ständeratskandidatin Andrea Gmür in der Luzerner Seebadi. Hier ist die Politikerin im Sommer öfters anzutreffen. (Bild: Pius Amrein, 20. September 2019)

Sie politisieren erst seit einer Legislatur im Nationalrat. Warum wollen Sie nun in den Ständerat?

Dass sich mir mit dem Rücktritt von Konrad Graber (CVP) so eine Möglichkeit eröffnet, hätte ich nicht gedacht. Es kam alles überraschend. Aber diese Chance bietet sich nur einmal. Im Nationalrat habe ich zwar für meine Anliegen erfolgreich Allianzen geschmiedet. In der kleinen Kammer ist es jedoch einfacher, tragfähige Lösungen zu erarbeiten. Es geht im Ständerat weniger um Parteipolitik, sondern um die Sache. Da muss man den Diskurs lieben und konsensfähig sein. Das bin ich. Zudem würde ich den Stand Luzern gerne in Bern vertreten.

Sie würden sehr wahrscheinlich mit Damian Müller (FDP) ins Stöckli einziehen.

Das passt, ich wäre die ideale Ergänzung zu Damian Müller. Er ist der Mann vom Land, ich die Frau aus der Stadt. Unsere Ansichten decken sich bei vielen Themen. Ich halte es für wichtig, dass man im Ständerat am gleichen Strang zieht, sonst wird es schwierig, eine Lösung zu erarbeiten.

Vier Fragen an Andrea Gmür:

Das heisst, die Zusammenarbeit mit Damian Müller würde immer noch funktionieren? Sie hatten ihn mit der Google-Kampagne der CVP verärgert. Dabei sind sie Partner.

Damian Müller wurde mit der Verwässerung des CO2-Gesetzes in Verbindung gebracht – das war nicht richtig und wurde auf mein Intervenieren hin umgehend korrigiert. Ständerat Damian Müller und ich verstehen uns bestens. Die Zusammenarbeit klappt ausgezeichnet.

Die FDP goutiert die Kampagne allerdings nicht. Der Wahlkampfleiter der FDP sagte nach dem Éklat, dass SVP-Kandidat Franz Grüter so für FDP-Wähler «zur Option» würde. Beunruhigt Sie das?

Nein. Die Kampagne diffamiert niemanden, sondern vergleicht die Positionen der Parteien. Da heisst es, «xy» kandidiert für Partei «z». Es wird niemand persönlich angegriffen oder verletzt. Deshalb glaube ich nicht, dass sich die Kampagne negativ auf die Wahl auswirkt.

Auf Ihnen lastet viel Druck. Die CVP will ihren Sitz von Konrad Graber verteidigen, der in Bern gut vernetzt war und einen guten Ruf hatte. Zudem schaffte es Ihr Vater vor vierzig Jahren ins Stöckli.

Das stimmt. Ich will den Erwartungen auch gerecht werden und sie erfüllen. Politik heisst krampfen, und das nicht selten sieben Tage die Woche. Aber in den vergangenen Jahren habe ich bewiesen, dass ich bereit bin, Knochenarbeit zu leisten. Ich bin auf dem Land aufgewachsen, meine Eltern kommen aus Grossfamilien und haben sich alles selbst erarbeitet. Auch wir Kinder mussten mithelfen. Ich weiss, dass man zuerst einen Franken einnehmen muss, bevor man ihn ausgeben kann.

Wie fest spielt Ihnen die Frauenfrage in die Karten? Im Ständerat ist diese mit gut 13 Prozent sehr tief.

Wir Frauen sind im Ständerat massiv untervertreten. Es ist wichtig, dass wir auch im Ständerat Einfluss nehmen können, weil wir andere Anliegen und Blickwinkel einbringen als Männer. Ich möchte aber aufgrund meiner Kompetenz gewählt werden.

Wo würden Sie als Ständerätin denn als Erstes ansetzen?

Es gibt ein paar drängende Probleme, für die wir bald und endlich eine Lösung brauchen. So müssen wir die Sozialwerke sichern. Zudem braucht es griffige Massnahmen zum Schutz unserer Umwelt. Das CO2-Gesetz wäre ein wichtiger Meilenstein. Weiter gilt es, die Beziehung zu Europa zu klären und die Gesundheitskosten in den Griff zu bekommen.

Sie sind – wie schon im Wahlkampf vor vier Jahren – mit einem Piaggio unterwegs. Damals wurden Sie in den Nationalrat gewählt. Ein gutes Omen für Ihre Kandidatur?

Bestimmt! Nein im ernst, das Piaggio hat sich bewährt. Es scheint ein Sympathieträger zu sein. Aber es funktioniert nicht immer so wie es sollte. Bergauf gehts nur im Schneckentempo. Glücklicherweise reagieren die Leute positiv und mit einem Schmunzeln auf mein Gefährt.

Steckbrief zur Person

Andrea Gmür engagiert sich in zahlreichen Institutionen, so etwa als Mitglied des Luzerner Universitätsrates, bei der IG Arbeit oder als Verwaltungsrätin der Paraplegiker-Stiftung. Das müssen Sie noch über sie wissen:
-Alter: 55
-Wohnort: Luzern
-Beruf: Geschäftsführerin Stiftung Josi J. Meier, Luzern
-Hobbys: Jogging, Skifahren, Jassen, Lesen
-Erstes politisches Engagement: Mitglied im Grossen Kirchenrat
-Politischer Werdegang: Andrea Gmür-Schönenberger schaffte 2007 den Sprung in den Luzerner Kantonsrat. 2014 wurde sie Präsidentin der städtischen CVP und blieb dies bis im April dieses Jahres. Von 2009 bis 2015 war sie zudem Vizefraktionschefin der CVP. 2015 schaffte sie den Sprung in den Nationalrat. (mod)

Hinweis: Jeden Montag und Samstag veröffentlichen wir ein Gespräch mit einem der sieben Luzerner Kandidatinnen und Kandidaten.

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