Angeklagter Pfarrer: Bistum gibt Fehler zu

Die Kirche wollte zuerst nicht mit den Justizbehörden kooperieren. Dies bereut man nun im Bistum. Doch wieso lag überhaupt so viel Geld auf dem Pfarreikonto in Luthern?

Drucken
Teilen

Mit Geld aus Kollekten, Opfergaben und von Konten der Pfarrei finanzierte er seine Alkoholsucht und einen aufwendigen Lebensstil: Eine halbe Million Franken soll der ehemalige Pfarrer von Luthern zwischen 1997 und 2003 veruntreut haben. Am Donnerstag stand der Pfarrer vor Gericht. Doch damit ist der Fall noch nicht beendet.

Denn nun räumt auch das zuständige Bistum Basel auf Anfrage der Neuen Luzerner Zeitung ein, in diesem Fall gleich in drei Bereichen Fehler gemacht zu haben. So wurde jeweils die Buchhaltung nur bei einem Pfarrerwechsel überprüft. «Diese Kontrolle allein war ungenügend», sagt Markus Thürig, Generalvikar des Bistums Basel. Inzwischen würden Einnahmen eines Pfarramtes jährlich geprüft.

Alkoholproblem war bekannt

Fehler, so räumt Thürig ein, hat auch der damalige Vorgesetzte des angeklagten Pfarrers begangen: So hat sich der Dekan von Willisau zunächst geweigert, den weltlichen Untersuchungsbehörden die Akten zu übergeben. Thürig: «Bei möglichen Straftaten durch Kirchenmitarbeiter arbeitet das Bistum mit der Justizbehörde zusammen.»

Weiter sei auch die Weiterbeschäftigung des Angeklagten in einer anderen Kirchgemeinde nicht korrekt gewesen, denn zu der Zeit war schon klar, dass sich der Pfarrer unter Veruntreuungsverdacht befand – und wohl auch, dass er Alkoholprobleme hatte.

Darüber hinaus sind Bistum und Landeskirche Luzern überrascht, dass so viel Geld auf den Konten der Pfarrei Luthern lag.

Luzia Mattmann

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Samstag in der Neuen Luzerner Zeitung oder als Abonnent kostenlos im E-Paper.