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Anhalte-Gebühr für Cars in Luzern: Die Reaktionen sind kontrovers

Was sagt das Uhren- und Schmuckgeschäft Bucherer zu den vom Luzerner Stadtrat gewollten Anhalte-Gebühren für Cars? Wie reagieren die Parteien? Wir haben die Reaktionen eingeholt.
Hugo Bischof
Touristen beim Carparkplatz am Schwanenplatz. (Bild: Nadia Schärli, Zug, 15. März 2019)

Touristen beim Carparkplatz am Schwanenplatz. (Bild: Nadia Schärli, Zug, 15. März 2019)

Luzerns Tourismusdirektor Marcel Perren hat Verständnis dafür, dass die Option einer Anhaltegebühr im Kontext des Carverkehr-Regimes «mittelfristig geprüft wird». Wichtig sei, «dass die Schwanenplatz-Anrainer aktiv in den Prozess einbezogen werden und nachhaltige Lösungen gefunden werden».

Grundsätzlich funktioniere das aktuelle Car-Regime auf dem Schwanenplatz mit dem Verkehrsdienst gut. In Sachen Gebührenhöhe solle man Vergleichsdestinationen analysieren und bei einer allfälligen Einführung mit variablen Preisen operieren: «Zu hohe Gebühren könnten zu einem gefährlichen ‹Wildanhalten› der Busse führen». Eine wirkungsvolle Lenkungsmassnahme könne die baldige Einführung eines Carleitsystems für Busse sein, sagt Perren.

Bucherer fordert Absprachen

«Wir sind nicht grundsätzlich gegen Gebühren», sagt Jörg Baumann, Marketingchef des Uhren- und Schmuckgeschäfts Bucherer am Schwanenplatz. «Die Einführung muss aber mit den betroffenen Unternehmen abgesprochen werden, bei denen Cartouristen einkaufen.»

Zudem sollten die Gebühren zweckgebunden eingesetzt werden, etwa für die Bezahlung des Verkehrsdienstes am Schwanenplatz, die Kommunikation an die Touristen, Verbesserungsmassnahmen für Fussgänger. Zu prüfen wäre, ob allfällige Gebühren je nach Tageszeit entsprechend gestaffelt erhoben würden, um die Ankunft der Cars zu steuern: «So kann einer Konzentration während der Hauptverkehrszeit zwischen 16 Uhr und 19 Uhr entgegengewirkt werden.»

Bei der Souvenir-Kette Casagrande will man sich nicht zu allfälligen Gebühren äussern, «so lange noch keine validierten Aussagen zum neuen Tourismuskonzept vorliegen». Die IG Weltoffenes Luzern lehnt die Einführung einer Gebühr bereits in der Analysephase ab, will sich aber «aktiv bei der Erarbeitung eines Gebührenmodells einbringen».

CVP warnt vor «überstürzter Aktion»

«Wir lehnen das Postulat ab», sagt Grossstadtrat Fabian Reinhard (FDP). «Mit einer teilweisen Überweisung könnten wir leben, aber nicht mit einer vollständigen Überweisung, wie sie der Stadtrat vorschlägt.» Es gelte zuerst abzuklären, «was wir mit dieser Gebühr erreichen und was wir bieten». Schon jetzt eine Gebühr von 120 Franken zu nennen, wäre «aus der Hüfte geschossen».

Auch Roger Sonderegger (CVP) warnt vor einer «überstürzten Aktion». Wichtig sei, dass man zunächst die dezentrale Parkiersituation kläre «und eine gute Ersatzlösung für das Inseli findet».

«Nicht nur die Carparkplätze, auch die Anhalteplätze sollen etwas kosten», sagt Korintha Bärtsch (Grüne). Die Gebühr müsse aber im Einklang sein mit den Carparkplätzen: «Hier drängt sich eine Überarbeitung auf; die Anhalteplätze im Stadtzentrum sind zu günstig.»

«Wir lehnen eine solche Gebühr entschieden ab», sagt Marcel Lingg (SVP), Das Ganze sei überhaupt nicht durchdacht: «Wie stellt man sich das Inkasso vor? Was ist, wenn die Reisegruppe nicht zahlen kann oder will?» Eine Gebühr von 120 Franken sei «Wucher».

Es sei richtig, dass der Stadtrat das Anliegen prüfe, so Jules Gut (GLP). «Der Carverkehr macht aber nur 1 Prozent des Verkehrs auf der Seebrücke aus. Eine neue Gebühr alleine löst kein Problem. Es braucht ein Gesamtkonzept.»

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