Anker-Bild geht für 2,3 Millionen über den Tisch

Das Bild «Stillleben mit Kaffee» von Albert Anker hat bei einer Auktion in der Galerie Fischer in Luzern für 2,315 Millionen Franken den Besitzer gewechselt. Für den Einstein-Brief wurden 174'000 Franken geboten.

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Eigenhändiger Brief von Albert Einstein an Walther Rathenau vom 8. März 1917 (Bild: PD)

Eigenhändiger Brief von Albert Einstein an Walther Rathenau vom 8. März 1917 (Bild: PD)

Es handelt sich um den höchsten Preis, der je für ein Stillleben dieses Schweizer Malers bezahlt wurde. Das Werk stammte aus einer Schweizer Privatsammlung. Anker schuf nur rund 36 Stillleben. Nebst den Genre-Szenen und den Portraits kommt dieser Werkgruppe eine besondere Bedeutung zu, wie es dazu im Auktionskatalog hiess.

Sehr selten seien auf den Stillleben Ankers Blumen zu sehen; vielmehr zeigten sie fast ausschliesslich gedeckte Tische, nicht Hauptmahlzeiten, sondern das Frühstück oder Zwischenmahlzeiten, Momente der Entspannung und Erholung, bei Kaffee, Tee, Bier oder Wein.

Eigenhändiger Brief von Albert Einstein an Walther Rathenau vom 8. März 1917 (Bild: PD)

Eigenhändiger Brief von Albert Einstein an Walther Rathenau vom 8. März 1917 (Bild: PD)

Einstein-Brief

Zudem wurde am Mittwoch ein handschriftlicher Brief, den Albert Einstein an den Industriellen, Autor und Politiker Walther Rathenau geschrieben hat, versteigert. Das Schriftstück erzielte 174'000 Franken. Im Brief, der aus einem zweiseitig beschriebenen Papier besteht, nahm Einstein am 8. März 1917 eine Einladung von Rathenau an. Zudem äusserte er sich zu Rathenaus kurz zuvor erschienenem Buch «Von kommenden Dingen». Einstein wendet sich im Brief generell gegen Gross-Staaten. Der Staat scheine ihm nur berechtigt «als Träger gemeinnütziger Institutionen wie Krankenhäuser, Universitäten, Polizei etc.» Nur in kleinen Distrikten könne ein Volksstaat dauernd Bestand haben. In dieser Beziehung sei ihm die Schweiz ein Vorbild.

Auf maximal 35'000 Franken geschätzt

Wie die Galerie Fischer mitteilte, stammt der Brief Einsteins aus einer Schweizer Privatsammlung. Eine Nichte Rathenaus, die Schriftstellerin Ursula-Ruth von Mangoldt-Reiboldt, hatte das Dokument dem Vater der heutigen Besitzerin geschenkt. Der Brief wurde mit einer Schätzung von 25'000 bis 35'000 Franken ausgerufen.

Walther Rathenau (1867-1922) ist der Sohn des AEG-Gründers Emil Rathenau. Er schlug nach einem naturwissenschaftlichem Studium eine wirtschaftliche Karriere ein, begann kulturkritische Artikel zu publizieren und wechselte nach dem Ersten Weltkrieg in die Politik. 1922 wurde er Reichsaussenminister. Im gleichen Jahr wurde der liberale, jüdische Politiker von einem Rechtsradikalen ermordet.

Die Galerie Fischer hatte 2009 bereits Einsteins Doktoratsurkunde der Universität Zürich (1906) und das Doktordiplom der Universität Genf versteigert. Die Dokumente gingen für 300'960 respektive 102'000 Franken weg.

sda