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Anlaufstellen fürs Alter sind gefragt

Gut jede dritte Gemeinde im Kanton Luzern ist einer Anlaufstelle für Altersfragen angeschlossen. Die Verantwortlichen sprechen nach der Pilotphase von einem Erfolg. Weitere Gemeinden bekunden nun Interesse.
Roseline Troxler
Das Projekt «Luzerner Modell 65 Plus», eine Anlaufstelle für Leute im AHV-Alter, ist ein voller Erfolg, sagt Ruedi Fahrni, Geschäftsleiter der Pro Senectute Kanton Luzern. Bild: Christof Schuerpf/Keystone

Das Projekt «Luzerner Modell 65 Plus», eine Anlaufstelle für Leute im AHV-Alter, ist ein voller Erfolg, sagt Ruedi Fahrni, Geschäftsleiter der Pro Senectute Kanton Luzern. Bild: Christof Schuerpf/Keystone

Die Bevölkerung im Kanton Luzern altert. Wie die Bevölkerungsszenarien von Lustat Statistik Luzern zeigen, wird der Anteil der 65- bis 84-Jährigen an der Kantonsbevölkerung von 15 Prozent (Stand 2016) auf 21 Prozent im Jahr 2045 ansteigen. Im selben Zeitraum erhöht sich der Anteil der 85-Jährigen und Älteren von 2 auf 5 Prozent.

Diese Aussichten sind mit ein Grund, dass sich 65 Institutionen im Altersbereich zusammentaten und diesen unter die Lupe nahmen. Ziel des Projekts «Luzerner Modell 65plus», das unter dem Lead von Pro Senectute stand: die Sozialberatung für Personen im AHV-Alter sicherstellen und den wachsenden Bedürfnissen der Senioren gerecht werden. Das Projekt lief während drei Jahren.

Gesundheits- und Sozialdirektor Guido Graf (CVP) sagte am Mittwoch am Abschlussanlass vor rund 140 Teilnehmern: «Dass so viele Akteure im Altersbereich zusammenspannen, ist schweizweit eine Premiere.» Deshalb habe sich auch der Bund finanziell beteiligt – nebst dem Kanton Luzern (Lotteriefonds), dem Verband Luzerner Gemeinden, Pro Senectute, der Wirtschaft und Privaten. Das Gesamtbudget für 2015 bis 2018 liegt bei 680000 Franken.

Auskunft von Demenz bis zu Freiwilligenarbeit

Ein sichtbares Ergebnis des Projekts sind drei geschaffene Informations- und Koordinationsstellen für Altersfragen. Gemeinden in den Regionen Sursee, Seetal und Rontal haben drei Drehscheiben aufgebaut. «Die Übersicht über die grosse Zahl an Angeboten zu haben, ist eine Herausforderung. Hier brauchen Senioren Unterstützung», sagt Projektleiter Stefan Brändlin. Sie können sich bei den Drehscheiben etwa erkundigen, wenn sie eine Frage zur Steuererklärung haben, eine Rechtsauskunft benötigen, Rat rund ums Thema Demenz brauchen oder sich für Freiwilligenarbeit interessieren. Den Hilfesuchenden wird entweder direkt geholfen oder sie werden weitervermittelt. Die Surseer Stadträtin Jolanda Achermann sagt: «Es braucht dieses niederschwellige Angebot.»

Die genaue Zahl der Beratungen kann Ruedi Fahrni, Geschäftsleiter von Pro Senectute Kanton Luzern, noch nicht nennen, sagt aber: «Wir sind positiv überrascht über die Nachfrage und erleben von Monat zu Monat eine starke Steigerung.» Nach der Pilotphase haben alle 23 beteiligten Gemeinden entschieden, den Betrieb auf Anfang 2019 in einer dreijährigen Betriebsphase weiterzuführen. Ausserdem erhalten sie Zuwachs. Die «Drehscheibe 65plus Sursee» wird von 6 auf bis zu 16 Gemeinden aufgestockt. Rain stösst zur Region Seetal. Zudem läuft in der Region Entlebuch ein Pilotbetrieb mit neun Gemeinden.

Für das Angebot bezahlen die Gemeinden einen Fixbetrag sowie nach Anzahl der Beratungsstunden einen variablen Betrag. Fahrni hofft, dass weitere Regionen eine Drehscheibe aufbauen oder sich anschliessen. «Denn auch Bürger anderer Gemeinden nutzen die Angebote.» Interesse bekundeten etwa Gemeinden der Region Willisau-Wiggertal.

Gemeinden springen für Kanton in die Bresche

Ein weiteres Ergebnis aus dem Projekt «Luzerner Modell 65plus» betrifft die Sozialberatung und die finanzielle Unterstützung von Personen im AHV-Alter. Das Angebot wird von Pro Senectute erbracht. Da die Zahl der Senioren steigt und sich der Kanton Luzern finanziell zurückgezogen hat, klafft eine Finanzierungslücke. Deshalb sollen sich Gemeinden stärker an den Kosten beteiligen. Eine Beratung bis 3,5 Stunden bleibt gratis. Danach kostete eine Beratungsstunde 140 Franken, davon sollen die Gemeinden 78 Franken zahlen.

Dafür besteht nun mit 80 Gemeinden eine Leistungsvereinbarung. Nicht dazu zählen Meggen, Gettnau und Alberswil, wobei mit einer Gemeinde Verhandlungen am Laufen sind.

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