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Annäherung an ein unerwünschtes Asylheim

Am Samstag beginnt in Luzern kantonsweit die Aktionswoche Asyl. Schon am Freitag öffnete ein Zentrum seine Türen, das lange mit dem Widerstand der Bevölkerung zu kämpfen hatte. Was hat sich seit der Eröffnung geändert?
Alexander von Däniken
Anita Schwegler von der Integrationsgruppe Zell-Fischbach-Grossdietwil-Altbüron spielt mit Flüchtlingskindern. (Bild: Corinne Glanzmann, 15. Juni 2018)

Anita Schwegler von der Integrationsgruppe Zell-Fischbach-Grossdietwil-Altbüron spielt mit Flüchtlingskindern. (Bild: Corinne Glanzmann, 15. Juni 2018)

«Fischbach bleibt Fischbach», «Asylheim Nein»: Die Transparente prägten das Dorfbild und standen sinnbildlich für den Widerstand gegen die Folgen der Flüchtlingskrise 2015 und 2016. Alles begann mit den Plänen des Kantons Luzern, 2012 im ehemaligen Altersheim Mettmenegg ein Asylzentrum zu eröffnen. Der Fischbacher Gemeinderat und zwei private Kläger wehrten sich bis vor Bundesgericht gegen das Vorhaben. Die höchsten Richter entschieden 2016 zu Gunsten des Kantons. Seit einem Jahr ist das Asylzentrum mit 35 Plätzen in Betrieb (wir berichteten).

Wie steht es heute um die Akzeptanz der Flüchtlinge? Für einen Augenschein bot sich die Aktionswoche Asyl des Kantons an, die heute offiziell beginnt. Die aus Freiwilligen zusammengesetzte Integrationsgruppe Zell-Fischbach-Grossdietwil-Altbüron lud im Rahmen der Aktionswoche gestern Nachmittag Interessierte zum gemeinsamen Spielen ins Zentrum.

Hilfsjobs auf dem Feld

Schon auf dem Zufahrtsweg zum Asylzentrum fällt auf: Flüchtlinge helfen Bauern bei der Feldarbeit mit. Später bestätigt Zentrumsleiter Marco Fellmann: «Acht Männer arbeiten mittlerweile in der Landwirtschaft mit.» Auch sonst sorgt Fellmann für Tagesstrukturen; sei es durch Arbeiten der Frauen im eigenen Nähzimmer oder durch Mithilfe bei Vereinen. «Die Integrationsgruppe ist dabei zentral.»

30 Asylsuchende bewohnen derzeit das ehemalige Altersheim: Männer, Frauen und vier Kinder. Sie stammen aus Eritrea, Afghanistan, Sri Lanka und aus verschiedenen Kurdengebieten. Marco Fellmann ist seit Beginn Zentrumsleiter. Die Vorgeschichte des Zentrums ist ihm «aus der Ferne» bekannt. «Darum habe ich mich am Anfang bei den Anwohnern persönlich vorgestellt und ihnen meine Visitenkarte gegeben.» Von der anfänglichen Skepsis sei mittlerweile fast nichts mehr zu spüren. Das hänge auch mit den Bewohnern selbst zusammen. Denn das Zentrum ist ein sogenanntes Minimalzentrum mit selbstständigen Bewohnern und entsprechend weniger hohem Betreuungsbedarf. «Mir ist kein negativer Vorfall bekannt», sagt Fellmann.

Anita Schwegler ist von der Integrationsgruppe und erklärt, dass jeden Freitag während zwei Stunden ein Spielnachmittag stattfindet. «Nun dauert er für die Aktionswoche eine Stunde länger.» Auch sonst bemüht sich die Integrationsgruppe sehr, den Kontakt zwischen den Asylsuchenden und der lokalen Bevölkerung zu verbessern. Dass es hier noch zögerlich vorangeht, erklärt Gemeindepräsident Josef Vogel (CVP), der vor Ort den Flüchtlingskindern beim Spielen zusieht: «Die Bevölkerung ist zwar noch zurückhaltend, wird aber stetig offener.»

Über 80 Veranstaltungen
Vom 16. bis 24. Juni 2018 findet im Kanton Luzern zum fünften Mal die Aktionswoche Asyl statt. Auf dem Programm stehen über 80 lokale Projekte und Veranstaltungen. Zum Beispiel kulturelle, sportliche, kulinarische und informative Anlässe wie Mittags- und Abendtische, Ausstellungen, Konzerte, Theaterprojekte, Filmvorführungen, Inputreferate, Nähateliers, Sprachkurse, Fussballturniere, Lauftreffs und Spielnachmittage.
Trägerschaft der Aktion ist der «Runde Tisch Asyl» zusammen mit lokalen Organisationen in den Luzerner Gemeinden. Der «Runde Tisch Asyl» wurde Anfang 2013 auf Initiative des Gesundheits- und Sozialdepartements und der drei Landeskirchen geschaffen. (avd)

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