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Reitturnier in Gettnau abgesagt – wegen hochansteckender Krankheit

In der Schweiz geht die Druse um. Aus Angst vor dieser Krankheit wurde in Gettnau eine Springkonkurrenz abgesagt, die in einer guten Woche hätte stattfinden sollen. Trotzdem: die Situation ist offenbar weniger gravierend, als sie scheint.
Kilian Küttel
Pferde mit Druse leiden unter Fieber, Husten und laufender Nase. (Symbolbild: Keystone)

Pferde mit Druse leiden unter Fieber, Husten und laufender Nase. (Symbolbild: Keystone)

500 Reiter und Pferde, Teilnehmer aus der ganzen Deutschschweiz, vereinzelt aus der Romandie und dem Tessin. Vom 5. bis 7. April hätte auf dem Gelände des Reitstalls AWG in Gettnau eine grosse Springkonkurrenz veranstaltet werden sollen.

Hätte. Denn das Turnier wurde abgesagt. «Zurzeit macht die hochansteckende Pferdekrankheit Druse einigen Pferdebesitzern in der Schweiz grosse Sorgen», schreiben die Stallbetreiber in der «Gättnauer Zytig».

Fieber, Husten, laufende Nase

Auf Anfrage unserer Zeitung sagt Stallbesitzerin Margrit Arnet, die gleichzeitig Präsidentin des Turnier-OKs ist:

«Von unseren Pferden leidet keines an Druse. Und dabei soll es auch bleiben. Die Absage erfolgt aus prophylaktischen Gründen.»

Die Druse ist eine Infektionskrankheit und wird von Bakterien ausgelöst. Erkrankte Tiere leiden an Fieber, Husten und eitrigem Nasenausfluss. Zudem können die Lymphknoten anschwellen. Übertragen wird die Druse per Schmiereninfektion, also zum Beispiel wenn sich Pferde berühren. Was bei einem Reitturnier wahrscheinlich ist. Zwar sind Komplikationen möglich, eine Behandlung in einer Tierklinik ist aber meistens «nicht notwendig», schreibt Equinella, die Melde- und Informationsplattform für die Früherkennung von Pferdekrankheiten.

Fragt sich: Ist die Turnier-Absage begründet oder sind die Stallbesitzer übervorsichtig? Laut Arnet gebe es wenig verlässliche Daten, allerdings seien auch in der Region Höfe von der Druse betroffen: «Davon haben wir aber nur vom Hörensagen erfahren.»

Vom kantonalen Veterinärdienst jedenfalls sind keine Informationen zur Drusen-Situation zu bekommen. Gemäss Kantonstierarzt Otto Ineichen ist die Druse nicht in der «Tierseuchengesetzgebung geregelt», weshalb sie nicht meldepflichtig sei. Ineichen verweist an Luzerner Pferdespezialisten.

Meldungen aus mehreren Kantonen

Einer davon ist Pascal Bucher, der eine Praxis in Hitzkirch führt und Kunden aus dem ganzen Kanton Luzern betreut. Bucher gibt Entwarnung:

«Es gab Meldungen aus Zug und Zürich. Ich selber habe aktuell keinen Drusenfall.»

In der Tat: Anfang dieses Jahres wurde der Erreger in einem Stall in Baar entdeckt. Dieser wurde daraufhin unter Quarantäne gestellt: «Wir haben die Krankheit aber soweit im Griff», sagte damals der Stallbesitzer. Ebenso kämpften Pferdehalter in Dielsdorf oder Buchs mit der Druse, wie der «Zürcher Unterländer» schrieb. Und laut Equinella wurden im Februar und März Fälle aus den Kantonen Basel-Land und Jura registriert.

Kleider wechseln, Schuhe desinfizieren

Für Tierarzt Bucher, der selber Sportreiter ist, geht es zu weit, aus Angst vor einer Krankheit ein Turnier abzusagen: «Das ist nur meine persönliche Meinung, aber ich glaube, eine Absage ist nicht zwingend.» Ausschlaggebend sei, auf die Hygiene zu achten:

«Wenn ich an einem Turnier bin, schaue ich darauf, dass meine und fremde Pferde nicht unbedingt die Köpfe aneinanderreiben.»

Ist Bucher in einem Stall in dem die Druse umgeht, wechselt er anschliessend die Kleider und desinfiziert seine Schuhe. So soll der Erreger nicht auf andere Höfe übergehen. «Diese Regeln gelten für alle, auch für Hufschmiede oder Besucher.»

Laut Bucher soll man die Krankheit zwar Ernst nehmen, aber sie nicht dramatisieren: «Die Druse gibt und gab es wohl schon immer. Ich habe aber das Gefühl, in den letzten Jahren ist man sensibler dafür geworden.»

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