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Die Mobilfunkantenne soll in den Kirchturm von Rain

Die Swisscom will im Dorf eine neue Handyantenne installieren. Um das Ortsbild zu schonen, soll die Anlage im Kirchturm versteckt werden. Nach anfänglicher Skepsis kann sich selbst die Kirchgemeinde damit anfreunden.
Niels Jost
Der Turm der katholischen Pfarrkirche St. Jakobus in Rain. (Bild: Boris Bürgisser, 8.Juni 2018)

Der Turm der katholischen Pfarrkirche St. Jakobus in Rain. (Bild: Boris Bürgisser, 8.Juni 2018)

Um einen guten Handyempfang ist jedermann froh. Eine Antenne im eigenen Garten, das will dann doch keiner. So ähnlich präsentiert sich die Situation derzeit in Rain. Um das «unzureichende» Handynetz der Gemeinde zu verbessern, muss die Swisscom eine neue Mobilfunkantenne im Dorf installieren, wie sie auf Anfrage schreibt.

Diese würde jedoch mitten im Dorf gebaut – und damit dem Ortsbild schaden, sagt Ivo Bieri, Präsident des Kirchenrates Rain. Deshalb will die Kirchgemeinde nun Hand bieten und erlauben, die Antenne im Kirchturm der katholischen Pfarrkirche St. Jakobus bauen zu lassen. «Die Kirche steht auf einer Anhöhe, was den Standort für eine Mobilfunkanlage sinnvoll macht», so Bieri. Der Entscheid fiel allerdings nicht leicht, wie er sagt: «Der Kirchenrat hat sich lange gegen die Mobilfunkanlage im Kirchturm gewehrt, entschloss sich aber, das Vorhaben zum Schutz des Dorfbildes und auf Anfrage des Gemeinderates zu prüfen.»

Stimmbürger haben bereits ihren Segen gegeben

Alleine entscheiden wollte der Kirchenrat aber nicht. Schon vor zwei Jahren konnten sich die Stimmbürger an der Kirchgemeindeversammlung zum Projekt äussern. Dem Vorhaben wurde mit nur wenigen Gegenstimmen zugestimmt. Allerdings unter einer Bedingung: Sollte ein anderer Mobilfunkanbieter eine weitere Antenne in der Nähe der Kirche planen, müsste die Swisscom im Kirchturm Platz für diese Antenne bieten, so Bieri.

«Auf keinen Fall darf an der Kirche optisch etwas verändert werden.»
Ivo Bieri, Kirchenratspräsident

Ob eine oder zwei Antennen: Von aussen würde man diese gar nicht erkennen. Das bestätigt auch Armin Schädeli, Mediensprecher der Swisscom. Er ergänzt: «Kirchtürme sind funktechnisch oftmals als Mobilfunkstandorte gut geeignet. Und da das Ortsbild nicht durch die Montage einer neuen Infrastrukturbaute beeinträchtigt wird, ist die Akzeptanz entsprechend gross.» Dessen ist sich auch Ivo Bieri sicher: «Beim Bau von Mobilfunkanlagen gibt es immer Befürworter und Gegner. In Rain lautet die Frage nicht, ob die Bevölkerung eine Antenne haben will oder nicht. Diese Mobilfunkanlage wird zum Schutz des Dorfbildes in der Kirche versteckt, oder aber sichtbar im Dorf auf einem Grundstück der Swisscom gebaut. Daher ist die Zustimmung in der Bevölkerung relativ hoch.» Zudem würde die Swisscom den Einbau jährlich entschädigen.

Im Herbst soll das Baugesuch folgen

Sakrosankt ist die Sache allerdings noch nicht. Ein Vertrag zwischen der Kirchgemeinde und der Swisscom wurde noch nicht unterzeichnet, die Details des Projekts werden derzeit ausgearbeitet. Erst wenn alle Abklärungen getroffen wurden – etwa mit der kantonalen Denkmalpflege –, wird ein Baugesuch eingereicht. Laut Bieri wird das im Verlaufe des Herbstes 2018 sein. Klar ist für ihn aber schon jetzt: «Auf keinen Fall darf an der Kirche optisch etwas verändert werden.»

Dass dies gelingen kann, zeigt das Beispiel Egolzwil-Wauwil. Dort hat man bereits gute Erfahrungen mit einer Swisscom-Antenne im Kirchturm gemacht. Diese steht seit rund zwei Jahren dort. Im Vorfeld sorgte das noch für viel Emotionen: Eine Interessensgemeinschaft wurde gegründet und nicht weniger als 300 Einsprachen gingen gegen das Projekt ein. Von Kritik oder Verunsicherung ist nun aber nichts mehr zu hören, sagt Kirchenratspräsident Markus Fischer auf Anfrage. «Schliesslich ist von der Antenne überhaupt nichts zu sehen, sie ist voll und ganz im Kirchturm versteckt», so Fischer. Zudem zahle die Swisscom einen jährlichen Betrag.

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