ANTWORT AUF MOTION: Regierung hält nichts von Bildungsgutscheinen

Giorgio Pardini wollte eine «Weiterbildungs-Offensive» starten – mit Gutscheinen für Weiterbildungen. Doch die Luzerner Regierung schickt die Idee des SP-Kantonsrates bachab.

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Giorgio Pardini. (Archivbild Fabiene Arnet/Neue LZ)

Giorgio Pardini. (Archivbild Fabiene Arnet/Neue LZ)

Pardini hat Ende Mai in einer Motion die Regierung dazu aufgefordert, dem Kantonsrat einen Rahmenkredit von 38 Millionen Franken über fünf Jahre vorzulegen, mit dem die Abgabe von Bildungsgutscheinen von 5000 Franken an alle erfolgreichen Absolventen einer beruflichen Grundbildung mit eidg. Fähigkeitszeugnis (EFZ) oder einer vergleichbaren Ausbildung auf Sekundarstufe II (Fachmittelschulen u.ä.) ermöglicht wird. Dieser Bildungsgutschein soll während fünf Jahren nach Abschluss der Sekundarstufe II für den Erwerb eidgenössisch anerkannter Abschlüsse der höheren Berufsbildung eingelöst werden können.

Argumentation mit Studie
Der Regierunsrat beantragt Pardinis Motion abzulehnen. Er beruft sich dabei auch auf die Ergebnisse einer Studie der Universität Bern, denen zufolge ein «starkes öffentliches Engagement bei der Weiterbildungsfinanzierung» vorderhand nicht angebracht sei. Darauf Bezug nehmend, argumentiert der Regierungsrat, dass es sich nicht um das «richtige Instrument» handelt, um die finanzielle Ungleichbehandlung der Bildungswege zu beheben.

Höchstens für bildungsferne Gruppen
Eine flächendeckende Ausgabe von Bildungsgutscheinen hält der Regierungsrat ohnehin nicht für «zielführend»: «Wenn Bildungsgutscheine als Anreizinstrument überhaupt sinnvoll eingesetzt werden können, dann am ehesten bei der eng definierten Zielgruppe von Personen, welche sich durch einen sehr tiefen Bildungsstand definieren.» Dazu komme, dass die Lehrstellensituation 2010 als «keineswegs dramatisch» eingestuft wird. Aus all diesen Gründen sehe man sich gezwungen, die Motion abzulehnen.

scd/red