Anwälte gegen Kantonsgericht in Agglomeration

Das Luzerner Kantonsgericht soll dereinst in der Stadt Luzern angesiedelt werden. Dies fordert der Anwaltsverband. Er stützt sich dabei auf eine Umfrage unter den Luzerner Anwälten, die sich klar gegen die möglichen Standorte Ebikon und Kriens aussprachen.

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Das Obergericht an der Obergrundstrasse in Luzern. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Das Obergericht an der Obergrundstrasse in Luzern. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Das Obergericht und das Verwaltungsgericht fusionieren am 1. Juni 2013 zum Kantonsgericht. Es handelt sich aber vorderhand nur um eine organisatorische Zusammenlegung. Wo das neue und höchste Luzerner Gericht stehen wird, ist offen.

Der Regierungsrat prüft die Standorte Halte in Ebikon und Mattenhof in Kriens. Wie der Luzerner Anwaltsverband am Freitag mitteilte, sprachen sich in der Umfrage aber 112 von 139 Anwältinnen und Anwälte für einen zentralen Standort in der Stadt aus.

17 Befragte sind auch mit einem Standort Ebikon oder Kriens einverstanden. Für die restlichen zehn spielt der Standort keine Rolle. Der Standort Luzern sei der praktikabelste, befanden die Befürworter dieser Lösung. Zudem solle die Justiz als dritte Gewalt im Staat genauso wie die Regierung und das Parlament den Sitz im Kantonshauptort haben.

Gericht in Bibliothek integrieren

nus. CVP-Kantonsrätin Andrea Gmür lanciert eine überraschende Motion: Am Standort der Zentral- und Hochschulbibliothek soll auch das Kantonsgericht entstehen. Die von der Stadtluzerner Kantonsrätin am Donnerstag als dringlich eingereichte Motion stösst reihum auf Begeisterung. Gmür will die Regierung beauftragen, am jetzigen Standort der Zentral- und Hochschulbibliothek (ZHB) neben einer neuen Bibliothek im gleichen Gebäude auch das Kantonsgericht zu bauen. Der Vorstoss ist bereits von vielen CVP-, FDP- und SVP-Kantonsräten mitunterzeichnet worden, dürfte im Parlament also problemlos eine Mehrheit finden. Die Neubau-Variante könnte zirka 55 Millionen Franken kosten: rund 20 Millionen für die ZHB, etwa 35 für das Kantonsgericht, schätzt Gmür.

sda