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Falschparkierer sorgen für Ärger im Luzerner Löwengraben

Trotz Neugestaltung wird der Löwengraben in der Luzerner Altstadt von vielen noch immer als trostlos und kahl bezeichnet. Auch gebe es dort nach wie vor zu viel Verkehr.
Hugo Bischof
Der Löwengraben in der Luzerner Altstadt ist neu eine Begegnungszone. Dennoch herrscht hier zeitweise immer noch reger Autoverkehr. (Bild: Eveline Beerkircher, 23. Mai 2019)

Der Löwengraben in der Luzerner Altstadt ist neu eine Begegnungszone. Dennoch herrscht hier zeitweise immer noch reger Autoverkehr. (Bild: Eveline Beerkircher, 23. Mai 2019)

«Kürzlich habe ich an einem Freitagabend am Löwengraben in der Luzerner Altstadt nicht weniger als vierzehn parkierte Autos gezählt», sagt Albert Schwarzenbach. Der CVP-Grossstadtrat wohnt ganz in der Nähe. Seit der Neugestaltung des Löwengrabens im vergangenen Jahr sind dort nur noch drei Parkplätze signalisiert (maximale Parkzeit: 30 Minuten). Der Löwengraben wurde neu zur Begegnungszone mit Tempo 20; der Platz vor der einstigen Post dient nur noch als Wendeplatz und zum kurzen Umladen.

«Ich erwarte, dass das neue Verkehrskonzept am Löwengraben durchgesetzt wird», betont Schwarzenbach.

«Es geht nicht, dass Autofahrer sich über die geltenden Regeln hinwegsetzen.»

Viele Anwohner hätten sich deswegen schon beschwert. Dazu kommt: Die Begegnungszone ist zwar deutlich signalisiert, schon bei der Einfahrt am Löwenplatz. Doch gemäss mehreren Augenzeugen verirren sich oft Autofahrer im Löwengraben. Darunter auch Touristen, offenbar in der Meinung, dass man hier parkieren oder gar weiter bis zum Schwanenplatz fahren kann. Dabei ist der Grendel schon seit 2001 eine autofreie Zone.

Löwengraben Luzern

Weiss die Luzerner Polizei um die Problematik? «Ja», sagt deren Sprecher Christian Bertschi. Die Quartierpolizisten und die Sicherheitspolizisten in der Stadt Luzern seien «auf die Thematik sensibilisiert». Bertschi:

«Die Luzerner Polizei wird im Rahmen ihrer Möglichkeiten und unter Berücksichtigung der Verhältnismässigkeit am Löwengraben Kontrollen beim ruhenden Verkehr durchführen.»

Wie viele Autofahrer schon verzeigt wurden, kann Bertschi nicht sagen: «Wir erfassen statistisch nicht, wie viele Bussen wir an einer einzelnen Strasse ausstellen müssen.»

Mehr Grün für den Löwengraben

Der Löwengraben gibt auch optisch viel zu reden. «Viel Grau, viel Asphalt, wenig Aufenthaltsqualität», kritisierten SP und Grüne in einem Postulat an den Luzerner Stadtrat schon im September 2018, als die Abschlussarbeiten im Gang waren. Das Postulat wurde vom Stadtparlament mit 22 zu 21 Stimmen äusserst knapp überwiesen – gegen den Willen des Stadtrats. Dieser muss nun nochmals prüfen, ob «minimale, kostengünstige Verbesserungen» möglich sind. Der Stadtrat lehnte Begrünungselemente wie Rabatten und Tröge aus Sicherheitsgründen ab, «da diese rasch sichtbehindernd sein können». Trotz Begegnungszone müsse der Löwengraben für Anlieferer und Velos «weiterhin die Funktion einer Strasse erfüllen».

Ohnehin kein Thema ist es, den Asphaltbelag wieder aufzureissen, um Bäume zu pflanzen; das wäre unverhältnismässig. Wie weiter also? «Wir sind daran, eine Lösung zu suchen mit Begrünung und Sitzgelegenheiten», sagt Daniel Nussbaumer, Projektleiter des städtischen Tiefbauamts. Was genau gemacht werde, könne man noch nicht sagen, «denn es gilt, den unterschiedlichen Gruppen gerecht zu werden, die diesen öffentlichen Raum nutzen».

Ein grosses Gesprächsthema ist die Optimierung des Löwengrabens auch im Quartierverein Altstadt. Dessen Präsident Pierre Rügländer äussert sich vorsichtig optimistisch:

«Wir haben mit der Neugestaltung eine Basis erhalten, auf der wir aufbauen können. Jetzt gilt es, den neu gestalteten Raum in Besitz zu nehmen.»

Dazu könnten auch Hauseigentümer und Geschäftsinhaber beitragen, betont Rügländer. Er spricht die oft trostlosen, kahlen Fassaden der Gebäude am Löwengraben an: «Diese könnte man verschönern. Auch die oft leeren Schaufenster könnte man beleben.»

(Bild: Nadia Schärli, Luzern, 15. März 2019)

(Bild: Nadia Schärli, Luzern, 15. März 2019)

Als lobendes Beispiel erwähnt Rügländer die Maskenliebhabergesellschaft der Stadt Luzern, welche die Rückseite ihres Hauses am Süsswinkel 7 unlängst mit einer fantasievollen Fassadenmalerei versehen hat. Hoffnung setzt Rügländer auch darauf, «dass Restaurants vermehrt Tische und Stühle herausstellen.» Überhaupt sei es erfreulich, dass es am Löwengraben «mittlerweile einen bunten Mix an Restaurants gibt».

(Bild: Pius Amrein, Luzern, 14. Mai 2019)

(Bild: Pius Amrein, Luzern, 14. Mai 2019)

Was den Verkehr betrifft, betont Rügländer: «Die Begegnungszone muss sich einpendeln, das geht nicht von einem Tag auf den andern.» Klar sei:

«Der Löwengraben muss weiterhin auch als Zubringer für Läden wie Coop dienen.»

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