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App von Zentralschweizer Studenten scannt den Kühlschrank und schlägt Rezepte vor

Die Handy-App zweier Informatikabsolventen der Hochschule Luzern erkennt anhand eines Fotos, was sich alles im Kühlschrank befindet und schlägt passende Kochrezepte vor. Sehbehinderten könnte sie dereinst als Einkaufshilfe dienen.
Lucien Rahm
Die App von Marvin Walker (links) und Marc Bravin kann Kühlschrankinhalte erkennen. (Bild: Manuela Jans-Koch (Horw, 12. Juli 2018))

Die App von Marvin Walker (links) und Marc Bravin kann Kühlschrankinhalte erkennen. (Bild: Manuela Jans-Koch (Horw, 12. Juli 2018))

Sie hätten alle ihre Verwandten und Freunde über Wochen mit ihrem Anliegen genervt, sagt Marc Bravin lachend. Der 23-jährige Stanser hat diese Woche seinen Bachelor of Science in Informatik an der Hochschule Luzern abgeschlossen. Für sein «Junggesellenstück» waren er und sein Mitabsolvent Marvin Walker (24) aus Horw auf möglichst viele Fotos von Kühlschrankinhalten angewiesen. Aus ihren Bekanntenkreisen bezogen die beiden durch ihr unnachgiebiges Bitten schliesslich rund 550 Bilder.

Diese verfütterten sie anschliessend an eine Software, die sie für ihre Bachelorarbeit programmiert haben. Ziel war es, dem Programm beizubringen, die Lebensmittel in einem Kühlschrank anhand eines Fotos zu erkennen. Von «Visual Object Classification» spricht der Fachmann hierbei, welche mittels «Deep Learning» erreicht werden soll. Das Programm lehrt sich dabei quasi selbst, die Objekte richtig zu erkennen, indem es ein Musterbild des Produktes immer wieder mit der Fotografie vergleicht.

Eine halbe Million Rezeptvorschläge

Die daraus entstandene App kann nun nach absolviertem Lernprozess – dieser dauerte sechs Tage, an denen die Software pausenlos Bilder verarbeitete – knapp 70 verschiedene Lebensmittel anhand eines Fotos erkennen. Die Trefferquote liegt dabei bei rund 54 Prozent. Das sei zwar kein umwerfender Wert, sagt Marc Bravin. Doch angesichts der relativ wenigen Trainingsdaten, die ihnen zur Verfügung standen, «ist es schon ein kleiner Erfolg».

Schwierigkeiten bereiten der App noch Esswaren, deren Masse nicht immer gleich sind: Zwiebeln, Knoblauch oder Auberginen zum Beispiel. «Auch Schokolade ist aufgrund seiner vielfältigen Varianten eine Herausforderung für die App», sagt Marvin Walker. Was aber bereits bestens funktioniert ist ihre Rezeptfunktion. Anhand der erkannten Nahrungsmittel macht einem die App 25 Vorschläge für Menüs, die sich mit den im Kühlschrank befindlichen Zutaten kochen lassen. 530'000 Rezepte stehen dem Programm hierbei zur Verfügung. Je nach Rohstoffen schlägt sie beispielsweise vor, es mal mit einer fruchtigen Joghurttorte, Feta-Taschen oder gleich einem ganzen Osterbrunch zu versuchen.

Beide beginnen mit dem Master

Um auch die Anzahl der erkennbaren Lebensmittel zu erweitern, möchte sich Marc Bravin im kommenden Semester noch intensiver mit dem Projekt befassen. Er hofft, dies im Rahmen seines neuen Jobs tun zu dürfen. Bald wird er als wissenschaftlicher Assistent an der Hochschule Luzern mitwirken – nebst seinem Masterstudium in Data Science. «Dafür müssten wir noch ein Partnerunternehmen finden», sagt Bravin. So könnte die App weiterentwickelt werden, beispielsweise zu einer Einkaufshilfe für sehbehinderte Menschen. Gibt man ihr an, welche Produkte man immer im Haus haben möchte, setzt sie diese auf eine Einkaufsliste, wenn sie fehlen.

Das sei es gewesen, was sie an dem Thema, welches sie aus diversen anderen Vorschlägen der Hochschule für ihre Bachelorarbeit ausgewählt haben, gereizt habe. «Wir wollten keine Arbeit schreiben, die danach in der Bibliothek verstaubt und nie mehr angeschaut wird», sagt Walker, der sich in seinem Master ebenfalls der Data Science widmen möchte. Das gewählte Thema macht ihre Arbeit etwas nachhaltiger, hofft Bravin: «Es wäre schön, wenn wir damit den Grundstein für etwas legen konnten, was weiterverfolgt wird.»

Die App der beiden Absolventen kann hier heruntergeladen werden. Derzeit gibt es sie nur für Android-Handys.

Diese Studenten haben erfolgreich abgeschlossen

Diplomierte Studiengang Bachelor of Science Hochschule Luzern/FHZ in Informatik: Andreas Albisser, Willisau; Hamide Bay, Luzern; Simon Beck, Egerkingen; Sandro Bernasconi, Cham; Diego Bienz, Luzern; Gerda Bieri, Goldau; Yanick Bisang, Küssnacht am Rigi; Remo Blättler, Luzern; Marc Bravin, Stans; Eric Brun, Malters; Marco Büeler, Zug; Silvan Bühler, Ruswil; Patrik Buholzer, Emmen; Angelo Cardone, Luzern; Christian Cremer, Affoltern am Albis; Samuel Degelo, Lungern; Philipp Disler, Rothenburg; Claudio Dubacher, Altdorf; Yannic Ehrsam, Sursee; Martin Etterlin, Luzern; Bruno Fischlin, Zug; Daniel Föhn, Gersau; Stefan Friedli, Zollikofen; Severin Gmür, Luzern; Nathanael Gogniat, Obergösgen; Philipp Gröbelbauer, Baar; Kay Hartmann, Cham; Oliver Heer, Horw; Roman Immoos, Luzern; Karl Keiser, Zug; Steve Keller, Engishofen; Tobias Kreienbühl, Huttwil; Philipp Leu, Mühlau; David Lichtsteiner, St. Niklausen LU; Lukas Lieb, Sempach; Milan Liepelt, Scherzingen; David Limacher, Schötz; Lukas Loder, Emmenbrücke; Marco Moro, Zell LU; Tanja Neuenschwander, Bülach; Marc Nussbaumer, Luzern; Nike Prelaj, Emmen; Christian Renold, Buttisholz; Michèle Rey, Baar; Kevin Rickenbach, Küssnacht am Rigi; Daniel Rösch, Kriens; Yannick Rüttimann, Eschenbach LU; Reto Scheidegger, Honau; Valentin Schuler, Altdorf UR; Silvan Sigrist, Zug; Rafael Stalder, Luzern; Silvio Stappung, Muri AG; Alain Studhalter, Rothenburg; Lukas Tanner, Olten; Samuel Tenga, Zug; Tamara Toma, Giswil; Marcel von Wyl, Luzern; Marvin Walker, Horw; Dominik Waller, Mauensee; André Wey, Altishofen; Dominik Witschard, Glattfelden; Stephen Wolf, Oberrüti; Adrian Würsch, Sarnen; Ramon Wyss, Eich; Dominik Zgraggen, Ibach.

Diplomierte Studiengang Bachelor of Science Hochschule Luzern/FHZ in Wirtschaftsinformatik: Raoul Ackermann, Lenzburg; Philipp Anderhub, Baar; Fabio Baviera, Zürich; Momcilo Bekcic, Ebikon; Noah Bellwald, Alpthal; Jan Benguerel, Kerns; Allan Blessing, Horw; Michael Breiter, Sempach; Silvana Brunner, Neuenkirch; Pascal Burri, Schachen LU, Federico Colatrella, Luzern; Philipp Drebes, Unterägeri; Patrick Duarte Pereira, Othmarsingen; Sandro Fasser, Kriens; Marvin Felder, Nottwil; Philippe Hirzel, Baar; Roman Holdener, Schwyz; Marco Hostettler, Buttwil; Besart Hoxhaj, Reiden; Jan Huck, Luzern; Claudio Hug, Reinach AG; Osman Kartal, Luzern; Sandro Klarer, Kriens; Martin Lang, Horw; Nadine Lang, Rothenburg; Alexandra Lengen, Wettswil; Lena Lütolf, Emmenbrücke; Cédric Mory, Bünzen; Sven Müller, Zug; Yannick Müller, Oberägeri; Luca Raneri, Neuenkirch; Nicolas Rohr, Othmarsingen; Amanda Lisa Roth, Zürich; Matthias Röthlin, Adligenswil; Silvan Schacher, Hochdorf; Erika Schmid, Rotkreuz; Alexander Schmidt, Lausanne; Daniel Senn, Rotkreuz; Simon Stähli, Gisikon; Lars Stalder, Kriens; Pascal Steiner, Root; Stephan Waser, Hochdorf; Olivia Wassmer, Luzern; Bettina Willi, Hasliberg Wasserwendi; Erwin Willi, Fajauna; Josua Zurbrügg, Luzern.

Diplomierte Studiengang Master of Science Hochschule Luzern/FHZ in Engineering mit Vertiefung in Information and Communication Technologies: Samuel Häusler, Rotkreuz; Daniel Pfäffli, Zofingen.

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