APRILSCHERZ: Sempachersee wird nicht abgesenkt

Die sieben Gemeinden um den Sempachersee wollen den Zugang zum Wasser verbessern. Dass man dem See dafür den Stöpsel ziehen will, war allerdings frei erfunden.

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Bei der Berichterstattung über eine Seeabsenkung handelte es sich um einen Aprilscherz der Zentralschweiz am Sonntag.

Bei der Berichterstattung über eine Seeabsenkung handelte es sich um einen Aprilscherz der Zentralschweiz am Sonntag.

«Der Sempachersee soll Wasser lassen»: So titelte die «Zentralschweiz am Sonntag» in ihrer jüngsten Ausgabe. Gemäss dem Artikel hat der regionale Entwicklungsträger Sursee-Mittelland (RET) gemeinsam mit sieben Gemeinden beschlossen, den Sempachersee abzusenken, um so einen Rundweg zu realisieren.

Dabei handelte es sich um einen Aprilscherz. Fakt ist, dass der Seezugang verbessert werden soll – allerdings nicht durch invasive Massnahmen. «Unsere Region hat eine Strategie erarbeitet, wie sie sich in den nächsten 20 Jahren entwickeln möchte», erklärt RET-Verbandspräsident Charly Freitag. Ein ganz wichtiger Teil sei der Sempachersee wegen seiner grossen Bedeutung für die Naherholung und den Tourismus. «Es ist unser erklärtes Ziel, einen optimalen Zugang zu schaffen und das Naherholungsgebiet so weit möglich der Bevölkerung zur Verfügung zu stellen.» Das berge allerdings gewisse Interessenkonflikte, weil viele Grundstücke rund um den See in Privatbesitz seien. «Da gilt es, den ­richtigen Weg zu finden – beispielsweise durch Landerwerb.» Aktuell laufen Projekte in Schenkon, Nottwil und Sempach.

Zwei Landkäufe und ein Wassersteg

«In unserer Gemeinde haben wir mit dem Seebad und der grosszügigen Seeparkanlage bereits zwei öffentliche Erholungsorte direkt am See – mit Liegewiesen, Grillstellen, Spielplätzen und einer Bootssteganlage», sagt Patrick Ineichen, Gemeindepräsident von Schenkon. Beides sei sehr beliebt. Angrenzend an den Seepark befindet sich ein Grundstück, das bis letzten Sommer einer Erbengemeinschaft gehörte. Das Grundstück hat eine Fläche von 12500 Quadratmetern, das derzeit landwirtschaftlich genutzt wird. «Gemäss unserem Zonenplan liegt es aber nicht in der Landwirtschaftszone, sondern in einer Erholungszone.»

Diese Nutzung habe man in die aktuelle Ortsplanung aufgenommen. «Wir konnten mit der Erbengemeinschaft einen fairen Preis aushandeln und haben das Grundstück letzten Mai gekauft. Ziel ist, dass wir dieses der Öffentlichkeit zugänglich machen. Aktuell läuft ein Studienauftrag, wie wir die Fläche nutzen können.» Die Schutzverordnung des Sempachersees müsse dabei eingehalten werden.

Nottwil ist seit den 1970er-Jahren im Besitz einer Parzelle unmittelbar am See, auf der sich die Badi befindet. «Letztes Jahr haben wir zudem das Bahnhofsareal gekauft, das sich auch unmittelbar am See befindet», sagt Gemeindepräsident Walter Steffen. Darauf befindet sich die Caribbean-Bar, die der Öffentlichkeit erhalten bleiben soll.

In Sempach stellt sich die Frage von Umnutzungen und Käufen gemäss Stadtpräsident Franz Schwegler nicht. Ein grosser Teil des Ufers sei bereits öffentlich. «Was uns bewegt, ist der Seeweg zwischen der Seeallee und der Vogelwarte.» Dieser wird bei Westwind immer wieder unterspült und zerstört. Derzeit läuft eine Studie, wie der Weg ökologisch aufgewertet und gesichert werden könnte. «Ein Teil davon betrifft den Landweg, der andere einen Wassersteg zur Vogelwarte, den wir realisieren möchten.»


Lena Berger

lena.berger@luzernerzeitung.ch