ARBEITSLOSE: Staatshilfe bei der Anstellung älterer Arbeitsloser

Firmen, die Arbeitslose über 50 einstellen, sollen staatliche Zuschüsse für die Pensionskassenbeiträge erhalten. Die Luzerner Regierung begrüsst das Anliegen aus einer Motion der SP. Gemäss Regierung sollen aber die Gemeinden die Subvention zahlen, nicht der Kanton.

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Eine Frau auf dem regionalen Arbeitsvermittlungsamt (Symbolbild). (Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ)

Eine Frau auf dem regionalen Arbeitsvermittlungsamt (Symbolbild). (Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ)

Die Massnahme solle verhindern, dass ältere Stellensuchende zu Langzeitarbeitslosen würden, und sie würde die Sozialhilfebudgets der Gemeinden entlasten, schreibt die Luzerner Regierung in ihrer am Dienstag veröffentlichten Antwort auf die Motion von Giorgio Pardini (SP).

Deshalb müsse die Massnahme nicht durch den Kanton, sondern durch die Gemeinden finanziert werden. Die Regierung wolle mit dem Verband Luzerner Gemeinden das Gespräch aufnehmen, heisst es in der Antwort weiter.

Im Kanton Luzern wären gemäss Schätzung des Regierungsrats etwa 235 Personen anspruchsberechtigt. Dies ergäbe einen jährlichen Aufwand von 1,4 Millionen Franken plus Verwaltungskosten.

Ältere doppelt benachteiligt

Motionär Pardini begründet seine Forderung damit, dass Arbeitslose über 50 neben ihres Alters auch wegen höheren Pensionskassenbeiträgen auf dem Arbeitsmarkt diskriminiert würden. Da altersneutrale Kassenbeiträge auf Bundesebene politisch nicht durchsetzbar seien, seien die Kantone gefragt, schreibt er.

Mehrere Kantone übernehmen befristet Arbeitgeberbeiträge für die berufliche Vorsorge bei der Einstellung eines älteren Arbeitslosen. In Freiburg und Neuenburg etwa dauert die Zahlung maximal zwei Jahre.

Ausgerichtet werden pro Monat maximal rund 500 Franken. Die Betroffenen müssen im Kanton wohnen und einen unbefristeten Vertrag mit branchenüblichem Lohn vorweisen können. Zudem existieren für profitierende Firmen Standortpflichten. (sda)