ARBEITSMARKT: Weniger Schwarzarbeit im Kanton Luzern

Die Meldungen von Verdachtsfällen auf Schwarzarbeit haben im Kanton Luzern im Vergleich zum Vorjahr leicht abgenommen.

Drucken
Teilen
Eine Mitarbeiterin eines Einwohner- und Migrationsamtes hält einen Stempel mit der Aufschrift «Arbeitsmarktliches Einverständnis». (Symbolbild) (Bild: Keystone / Peter Klaunzer)

Eine Mitarbeiterin eines Einwohner- und Migrationsamtes hält einen Stempel mit der Aufschrift «Arbeitsmarktliches Einverständnis». (Symbolbild) (Bild: Keystone / Peter Klaunzer)

2014 gingen bei der Dienststelle Wirtschaft und Arbeit (wira) 578 Meldungen betreffend Schwarzarbeit ein (2013: 605) mit insgesamt 1122 (1178) beteiligten Personen. Insgesamt wurden 782 Personen kontrolliert, die meisten Kontrollen erfolgten im Baunebengewerbe. Aus allen Kontrollen seinen bis Ende Jahr 221 rechtskräftige Sanktionsentscheide hervorgegangen, schreibt die wira zum am Donnerstag veröffentlichten Bericht "Arbeitsbedingungen im Kanton Luzern 2014".

Dieser Bericht dokumentiert die Arbeiten der Dienststelle im Zusammenhang mit den flankierenden Massnahmen zur Personenfreizügigkeit und zur Schwarzarbeit.

Es komme immer häufiger vor, dass eine Schweizer Firma Personal beschäftige, das zum Teil durch fiktive ausländische Subunternehmen als "entsandt" gemeldet werde.

In Wirklichkeit handle es sich aber um Scheinentsandte, die wie ausgeliehenes Personal für die maximal möglichen 90 Meldetage pro Kalenderjahr direkt von den Schweizer Firmen eingesetzt würden. Damit würden die Meldepflichten gemäss des Gesetzes gegen die Schwarzarbeit umgangen beziehungsweise verletzt.

Der Vollzug sei sehr schwierig, fast unmöglich, schreibt die wira. In diesem Bereich bahne sich eine bedrohliche Entwicklung an.

Mehr Erwerbstätige aus EU und EFTA-Staaten

Im Jahr 2014 registrierte der Kanton Luzern eine Zunahme der gemeldeten Erwerbstätigen aus EU und EFTA-Staaten, die maximal 90 Tage in der Schweiz ohne Bewilligung arbeiten können.

Diese Zahl stieg im Vergleich zum Vorjahr um 5 Prozent auf 14'477 Personen an. Die grösste Steigerung wurden im Gastgewerbe und in der Land- und Forstwirtschaft verzeichnet. Die meisten Meldungen kamen laut wira aus Deutschland.

In Branchen ohne allgemein verbindlichen Gesamtarbeitsvertrag wurde überprüft, ob orts-, berufs- und branchenübliche Löhne bezahlt wurden. Die Kontrollen ergaben laut wira kein Lohndumping. (sda)