ARBEITSORT: Immer mehr Arbeitnehmer pendeln von Zürich nach Luzern

18 Prozent der Luzerner Erwerbstätigen arbeiten in einem anderen Kanton, davon ein Drittel im Kanton Zug. Als Arbeitsort zieht Luzern Arbeitnehmer aus den anderen Zentralschweizer Kantonen an. Und es kommen immer mehr Zürcher.

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Und täglich bewegen sich die Pendlermassen am Bahnhof Luzern. (Bild: Manuela Jans/LZ, Luzern, 23. Juli 2015))

Und täglich bewegen sich die Pendlermassen am Bahnhof Luzern. (Bild: Manuela Jans/LZ, Luzern, 23. Juli 2015))

Im Jahr 2015 wohnten im Kanton Luzern insgesamt 222'200 Erwerbstätige. Von ihnen pendelten 40'900 an einen ausserkantonalen Arbeitsort , was einem Anteil von 18 Prozent entspricht. Umgekehrt kamen 34'700 Erwerbstätige aus anderen Kantonen zur Arbeit in den Kanton Luzern, am meisten aus dem Kanton Aargau (8500).  Dies geht aus einer Medienmitteilung von lustat Statistik Luzern vom Montag hervor.

Für die Arbeit verlassen also mehr Personen den Kanton Luzern als aus anderen Kantonen dafür hierher kommen. Aus den Zu- und Wegpendlerströmen ergibt sich ein interkantonaler Pendlersaldo von minus 6200 Personen.

Mehr Zürcher kommen nach Luzern

Für fast ein Drittel aller Luzerner Wegpendlerinnen und -pendler lag der Arbeitsort im Kanton Zug. Der Pendlersaldo betrug gegenüber dem Kanton Zug minus 7800. An zweiter Stelle folgte der Kanton Zürich mit einem negativen Pendlersaldo von minus 2'100.

Umgekehrt zog der Luzerner Arbeitsmarkt per Saldo viele Erwerbstätige aus den Zentralschweizer Kantonen Nidwalden (plus 2400), Obwalden(plus 1300) und Schwyz(plus 1100) an.

Im Vergleich mit dem Jahr 2010 haben die Pendlerbewegungen aus dem Kanton Zürich nach Luzern deutlich zugenommen (von 2300 auf 3700) , die Pendlerströme aus Luzern nach Zürich blieben jedoch beinahe unverändert (von 5600 auf 5800). Der negative Saldo reduzierte sich dadurch deutlich (2010: minus 3200; 2015: minus 2100). 

Viele Wegpendler mit Tertiärabschluss

Männer, 25- bis 44- Jährige und Personen mit einem tertiären Bildungsabschluss (höhere Berufsbildung oder Hochschule) gehörten im Jahr 2015 überdurchschnittlich häufig zu den aus dem Kanton Luzern wegpendelnden Personen.

Besonders ausgeprägt war die Häufung in Bezug auf die Ausbildung: Während von allen im Kanton Luzern wohnhaften Erwerbstätigen 33 Prozent einen Tertiärabschluss besassen, betrug dieser Anteil unter den wegpendelnden Personen 47 Prozent.

Deutlich mehr Grenzgänger

In den Kanton Luzern pendelten im Jahr 2015 deutlich mehr Grenzgänger – wenn auch auf einem tiefen Niveau: 2010 wurden durchschnittlich 156 Grenzgängerinnen und Grenzgänger gezählt, so waren es 2016 im Jahresmittel 484. Die neuesten Zahlen des Bundesamts für Statistik weisen im ersten Quartal 2017 mit 535 Personen auf eine Fortsetzung dieses Wachstumspfads hin. 339 Grenzgängerinnen und Grenzgänger kamen dabei aus Deutschland, 111 aus Frankreichund 49 aus Italien.

pd/cv