ARCHÄOLOGIE: Der Mammutstosszahn kommt nach Luzern

Der Mammutstosszahn auf Schloss Heidegg in Gelfingen hat während zwei Jahren 25'000 Interessierte angezogen. Jetzt kommt das für 50'000 Franken versicherte Stück in die Stadt Luzern.

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Das 120 Kilogramm schwere Stück muss im Schloss wohl wieder aufwändig vier Stöcke über die Wendeltreppe transportiert werden. (Archivbild Boris Bürgisser/Neue LZ)

Das 120 Kilogramm schwere Stück muss im Schloss wohl wieder aufwändig vier Stöcke über die Wendeltreppe transportiert werden. (Archivbild Boris Bürgisser/Neue LZ)

Der rund 1,80 Meter lange Mammutstosszahn war im September 2006 in einer Kiesgrube Ballwil in rund 15 Metern Tiefe zufällig entdeckt worden. Beim durch einen Bagger leicht beschädigten Fund, der zwischen 40'000 und 60'000 Jahre alt ist, handelt es sich um den grössten und am vollständigsten erhaltenen Mammuststosszahn aus dem Kanton Luzern. Gefunden hat das 120 Kilogramm Elfenbein-Stück der heute 63-jährige Pneulader-Fahrer Edgar Wirz aus Menznau, dem der archälogische Wert des Fundes sofort klar war.

15 Monate im Wachsbad
Nach der rund 10'000 Franken zu Buche schlagenden Konservierung in Norddeutschland – der Zahn befand sich während 15 Monaten in einem Wachsbad – wurde dieser ab Oktober 2008 in der Sonderausstellung «Lebensspuren – Archäologie im Seetal» zusammen mit anderen bei Ausgrabungen gefundenen Objekten gezeigt. «Lebensspuren» hat 25'000 Besucher angezogen, wie es in einer Medienmitteilung des Schlosses Heidegg heisst. Ab kommendem Winter ist der Mammutstosszahn, dessen Versicherungswert 50'000 Franken beträgt, nun im Naturmuseum Luzern zu sehen.

Es war schon von Anfang an klar, dass das Stück seinen endgültigen Platz in der Stadt Luzern bekommen würde – entweder im Naturmuseum oder im Gletschergarten. Im Naturmuseum ausgestellt sind bereits Teile von Mammutstooszähnen sowie ein Backenzahn eines Mammuts. Auch der Gletschergarten verfügt über mehrere Exponate, unter anderem über den Abguss eines Mammutstosszahns.

scd/red