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ARCHÄOLOGIE: Steinwerkzeuge aus Rigi-Höhle von Neandertalern hergestellt

Neandertaler waren auch in der Zentralschweiz heimisch. Die Präsenz des Frühmenschen in der Region ist erstmals anhand von Werkzeugen aus einer Höhle an der Rigi oberhalb von Vitznau LU nachgewiesen worden.
Die Ausgrabungen durch Wilhelm Amrein von 1919 bis 1937 brachten Steinartefakte zum Vorschein. (Bild: pd)

Die Ausgrabungen durch Wilhelm Amrein von 1919 bis 1937 brachten Steinartefakte zum Vorschein. (Bild: pd)

Bei einer neuerlichen Überprüfung in den letzten Monaten und einem Vergleich mit bekannten Artefakten hätten die Fundgegenstände eindeutig als Werkzeuge der Neandertaler bestimmt werden können, sagte Ebbe Nielsen, stellvertretender Luzerner Kantonsarchäologe, auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Entdeckt waren die Steinartefakte in der Höhle Steigelfadbalm bereits bei Grabungen vor rund 80 Jahren.

Unter über 3000 Tierknochen machten die Archäologen auch einzelne Steinartefakte aus. Wichtigstes Stück war eine kleine, aus Bergkristall gefertigte, dreieckige Spitze mit grober Bearbeitung. Vergleichbare Spitzen seien charakteristisch für das Mittelpaläolithikum, die Zeit der Neandertaler vor 35'000 bis 300'000 Jahren, heisst es in der Mitteilung.

Der Bergkristall, aus dem das Werkzeug gefertigt war, komme lokal an der Rigi nicht vor und müsse von den steinzeitlichen Bewohnern der Höhle eingebracht worden sein - etwa aus den Urner Alpen, vermuten die Forscher.

Höhle mit Bären geteilt

Weitere Fundstücke aus der Höhle sind ein Messer aus Feuerstein und eine Pfeilspitze aus Bronze. Sie belegen laut den Archäologen, dass die Höhle Jägern in der Jungsteinzeit (5500 - 2000 vor Christus) und in der Bronzezeit (2200 bis 800 v. Chr.) Schutz geboten hatte.

Schon länger bekannt war, dass der Fels an einem Wanderweg mit Ausblick auf den Vierwaldstättersee auch Unterschlupf war für Höhlenbären. 90 Prozent der gefunden Knochen stammen von diesen, darunter sämtliche Teile eines Bärenskeletts. Der 1,5 Tonnen schwere Höhlenbär mit einer Schulterhöhe bis zu 1,75 Meter lebte vor 20'000 bis 130'000 Jahren. Seine Spezies starb während der letzten Eiszeit aus.

Der Neandertaler (Homo neanderthalensis) ist ein ausgestorbener Verwandter des modernen Menschen (Homo sapiens) und lebte vor etwa 40'000 bis 230'000 Jahren in Eurasien. Er entwickelte sich parallel zum modernen Menschen (Homo sapiens), der sich von Afrika aus über Asien und Europa ausbreitete.

Warum der Neandertaler nur einige tausend Jahre nach dem Eintreffen des Homo sapiens ausstarb, ist umstritten: Viele Forscher gehen davon aus, dass der Homo sapiens in Afrika besondere Fähigkeiten erworben hatte und seinen Vettern aus Europa überlegen war. Er soll unter anderem eine ausgefeiltere Sprache und bessere Waffen gehabt haben. (sda)

Die Aussicht von der Höhle Steigelfadbalm. (Bild: pd)

Die Aussicht von der Höhle Steigelfadbalm. (Bild: pd)

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