Archäologie
Weil das Geld fehlt: Das Eiszeitprojekt im Ballwiler Kieswerk verzögert sich

Bei der Kiesgrube der Firma Lötscher entsteht in Zusammenarbeit mit der Kantonsarchäologie ein Erlebnisort. Aus Geldmangel muss das Projekt nun angepasst werden.

Reto Bieri
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Im Herbst wurde bekannt, dass die Firma Lötscher in ihrem Kieswerk in Ballwil in Zusammenarbeit mit der Kantonsarchäologie einen Erlebnisort rund ums Thema Eiszeit errichten will (wir berichteten). Auslöser sind mehrere Mammutzahnfunde in den vergangenen Jahren in den Kieswerken in Ballwil und Eschenbach. Die Gemeinde Ballwil erteilte Ende Oktober die Baubewilligung.

Kantonsarchäologe Jörg Manser (links) und Martin Lötscher mit dem Abguss eines Mammutzahns. Die beiden stellten im vergangenen Herbst das Eiszeitprojekt im Kieswerk der Firma Lötscher in Ballwil vor.

Kantonsarchäologe Jörg Manser (links) und Martin Lötscher mit dem Abguss eines Mammutzahns. Die beiden stellten im vergangenen Herbst das Eiszeitprojekt im Kieswerk der Firma Lötscher in Ballwil vor.

Bild: Boris Bürgisser (10. September 2020)

Doch nun liegt – noch bis am 19. April – ein neues Baugesuch auf. Das Projekt müsse umgestaltet werden, da die Finanzierung des geplanten Holzpavillons nicht möglich war, heisst es im Baugesuch:

«Die Finanzierung des Projektes stellt sich als grosse Herausforderung dar, trotz namhaften Beiträgen der Kieswerke Eschenbach, Ballwil und der Lötscher Kies + Beton AG sowie grossen Eigenleistungen.»

Die coronabedingte Zurückhaltung des Kantons Luzerns und der Stiftungen habe die Finanzierung zusätzlich erschwert. Die ursprünglichen Kosten des Projekts wurden mit rund 255'000 Franken beziffert.

Anstelle des Holzpavillons gibt es eine Eiszeit-Höhle

«Mit einem kleineren Budget versuchen wir trotzdem, das Vermittlungsprojekt zusammen mit der Kantonsarchäologie Luzern zu erstellen», heisst es im Baugesuch weiter. Statt eines Holzpavillons soll neu eine aus Beton erstellte Höhle gebaut werden mit der Nachbildung der Fundstelle des Mammutzahnes, der 2006 gefunden wurde.

Neu wird zudem ein Wipfelpfad erstellt. Damit könne eine Lösung angeboten werden, um die geplante Feuerstelle, den Picknickplatz, die Pioniervegetation und das Fenster zur Kiesgrube auch für Personen mit leichter Gehbehinderung zugänglich zu machen.

Die Bauten bleiben zehn Jahre bestehen

Um die Kosten und Abläufe zu optimieren und professionalisieren, sei die Firma Erlebnisplan AG aus Luzern hinzugezogen worden. Der Betrieb des Vermittlungsprojektes ist auf zehn Jahre begrenzt. Alle Bauten werden danach rückgebaut oder allenfalls verschoben, je nach Abbau- und Rekultivierungsstand im Kieswerk.

«Erlebnis Eiszeit» wird zu Fuss ab den Bahnhöfen Ballwil und Eschenbach in rund 20 Minuten erreichbar sein, Parkplätze vor Ort gibt es nicht. Das Projekt ist Teil von «Kulturabenteuer Seetal», wo an vier Orten im Seetal Geschichte anschaulich erlebbar gemacht wird. Bereits eröffnet sind die Burgruine Nünegg in Lieli und der Römerturm in Ottenhusen.