Kommentar
Argument der Luzerner Regierung ist fadenscheinig

Der Luzerner Regierungsrat verweigert Fördergelder für einen Film, der die Luzerner Finanzpolitik kritisch beleuchtet, weil er den Inhalt des Films nicht beeinflussen wolle. Doch mit seinem Entscheid will er wohl vor allem sich selbst schützen.

Niels Jost
Drucken
Teilen
Niels Jost.

Niels Jost.

Der Luzerner Regierungsrat will den Dokumentarfilm über die Finanzpolitik nicht unterstützen – entgegen der Empfehlung der Fachkommission. Das Gesuch um Förderbeiträge hat er nicht bewilligt. Er begründet dies unter anderem damit, dass er den Inhalt des Films nicht beeinflussen möchte.

Dieses Argument ist fadenscheinig. Denn die Unabhängigkeit des Projekts wäre auch dann gewährt, wenn der Regierungsrat das Gesuch bewilligt hätte. Erstens, weil er kaum je Vorgaben zum Inhalt der geförderten Projekte macht. Zweitens, weil über das Drehbuch immer der Regisseur entscheidet. Es liegt deshalb auf der Hand, dass andere Beweggründe entscheidend waren. Die fünf Regierungsräte waren sich bewusst, dass im Dokumentarfilm die Finanzpolitik des Kantons kritisch beleuchtet wird.

So hat der Entscheid tatsächlich eine «politische Dimension», wie Kulturdirektor Reto Wyss selber betont. Allerdings scheint die Regierung sich damit vor allem selber schützen zu wollen. Denn der aus linken Kreisen initiierte Film wird just in der heissen Phase des Wahlkampfs gezeigt. Und er wird das rein bürgerliche Männergremium mit Sicherheit nicht im besten Licht dastehen lassen.