Armee investiert bis 2025 total 75 Millionen Franken in den Ausbau des Logistikzentrums Emmen

In der ehemaligen «AMP Rothenburg» ist fast alles hoffnungslos veraltet – von den Lagerplätzen bis zur Werkstatt für Armeefahrzeuge. Doch jetzt hat die Armee ein Baugesuch für eine umfassende Erneuerung eingereicht.

Robert Knobel
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Die Schweizer Armee ist in Emmen nicht nur mit dem Militärflugplatz und der Kaserne präsent. Früher unter dem Namen «AMP Rothenburg» bekannt, unterhält die Armee auf Emmer Gemeindegebiet auch ein grosses Lager- und Logistikzentrum. Dieses ist dem Armeelogistikzentrum Othmarsingen (ALC-O) unterstellt und soll gemäss den Plänen der Armee langfristig bestehen bleiben – das heisst, mindestens für die nächsten 25 Jahre. Nun soll der Standort Emmen, an dem 90 Personen arbeiten, umfassend erneuert werden (siehe auch Ausgabe vom 2. März 2019). Diese Woche hat die Armasuisse nun das Baugesuch eingereicht. Geplant ist Folgendes:

  • Neubau Containerhalle: Die Schweizer Armee besitzt über 1000 Container – von der mobilen Kommandozentrale bis zur Küchen-Baracke. Rund 600 von ihnen sollen in Emmen gelagert werden. Dazu erstellt die Armee ein 105 Meter langes und 25 Meter hohes Hochregal-Lager. Dort werden die Container vollautomatisch am richtigen Platz «versorgt» und bei Bedarf wieder heraus gegeben. Die Kapazität liegt bei 6 Containern, die pro Stunde verschoben werden können. Dank der Nähe zum Bahnanschluss können die Container einfach auf Bahnwaggons verladen werden. Auf dem Dach der Containerhalle entsteht eine Solaranlage, die rund die Hälfte des Strombedarfs der Halle decken kann.
  • Neubau Werkstätten: Die heutigen Fahrzeug-Werkstätten zeichnen sich durch eine «enorme Ineffizienz» aus, heisst es im Baugesuch der Armasuisse.  Sie seien total veraltet und den immer komplexer werdenden Anforderungen an den Fahrzeug-Unterhalt in keiner Weise mehr gewachsen. So seien die Armee-Fahrzeuge heute grösser als früher und verfügten über teils hoch sensible technische Systeme, die grösste Sorgfalt bei der Wartung erfordern. Gleichzeitig sollen auch die Lagerbedingungen deutlich verbessert werden, etwa was den Witterungsschutz betrifft. Würde man Material wie Waffen oder Funkgeräte weiterhin ungeschützt lagern, würden durch die verringerte Lebensdauer zusätzliche Beschaffungskosten von 10 Millionen Franken pro Jahr entstehen, rechnet die Armasuisse vor.
  • Neuer Verwaltungsbau: Ein dritter Neubau auf dem Gelände soll zeitgemässe Büroräumlichkeiten mit Aufenthaltsräumen schaffen.
  • Abbruch/Sanierung: Die bestehenden Gebäude auf dem Areal in Emmen sind zwischen 30 und 70 Jahre alt. Ein Teil davon muss abgerissen werden, um für die Neubauten Platz zu machen. Die übrigen Gebäude sollen saniert werden.

Die Bauarbeiten zum 75-Millionen-Projekt sollen im Herbst 2020 beginnen. Die Realisierung ist in Etappen geplant. Als erstes soll die neue Containerhalle gebaut werden. Im Frühling 2025 soll die Erneuerung des Standorts Emmen dann abgeschlossen sein.

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