ARMEEWAFFEN: Der Kanton will alte Waffen entsorgen

Der Kanton will, dass möglichst viele Waffen abgegeben werden – freiwillig. Allerdings nur, wenn es sich nicht um Armeewaffen von Dienstpflichtigen handelt.

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Noch sind die Waffen-Aufbewahrungsräume ziemlich leer. (Symbolbild Keystone)

Noch sind die Waffen-Aufbewahrungsräume ziemlich leer. (Symbolbild Keystone)

Wer eine Waffe im Haus hat und keinen Dienst tut, kann diese gratis abgeben. So will es der Kanton. Private Waffenbesitzer können ihre Waffen bei der Retablierungsstelle im Armee-Ausbildungszentrum (AAL) auf der Allmend kostenlos zurückgegeben.

Das war zwar schon seit einiger Zeit so, nur wussten es bloss wenige. 120 Schusswaffen wurden in den letzten beiden Jahren abgegeben; dazu kam in 119 Fällen die Munition. Die Waffen und die Munition werden von der Armee zerstört. «Mit dieser Informationsoffensive hoffen wir, dass rund doppelt so viele Waffen wie jetzt abgegeben werden», sagt Alexander Lieb vom Justiz- und Polizeidepartement.

Register ist Sache des Bundes
Wie viele ehemalige Dienstwaffen noch in den Schweizer Haushalten liegen, ist unklar. «Ein Register für diese Waffen wäre Bundessache», sagt Stefan Brauchli von der Dienststelle für Militär, Zivilschutz und Justizvollzug des Kantons. Der Kanton könne nicht von sich aus ein solches Register anlegen. Rund 200 der jährlich 1000 Personen, die in Luzern aus dem Militärdienst austreten, kaufen die Armeewaffe.

Nichts ändert sich für die Dienstpflichtigen. Sie müssen ihre Waffe weiterhin zu Hause aufbewahren. «Wir warten den Bescheid der Arbeitsgruppe um Samuel Schmid ab», sagt Yvonne Schärli. Dieser wird noch in diesem Herbst erwartet und soll Lösungen aufzeigen, wie man auf Bundesebene mit der Lagerung von Armeewaffen umgehen kann.

Freiwillige Einlagerung wäre günstig und möglich
Praktisch wäre die freiwillige Waffenabgabe wohl möglich, schreibt die Regierung in ihrer Antwort. Eine freiwillige Einlagerung wäre zudem «nur mit geringen Kosten verbunden». In der kantonalen Retablierungsstelle des AAL, wo bereits rund 1700 Waffen für die Jungschützenkurse lagern, hätte man zusätzlich Platz für die Lagerung von 30 bis 40 Prozent der total rund 17'000 Armeewaffen, die den Dienstpflichtigen gehörten.

Dienstpflichtige dürfen derzeit ihre Armeewaffe nur in Ausnahmefällen abgeben. So zum Beispiel, wenn sie sich während längerer Zeit im Ausland aufhalten, bei häufigem Wohnortswechsel oder wenn sie ihren Wohnsitz im grenznahen Ausland haben.

Luzia Mattmann

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Dienstag in der Neuen Luzerner Zeitung.