ARMUT: Die Caritas verstreut leere Portemonnaies

Die Caritas Luzern macht in diesen Tagen mit einer besonderen Aktion auf die Armut in der Schweiz aufmerksam – und verstreut leere Portemonnaies.

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Ein «verlorenes» Portemonnaie, das von der Caritas Luzern gestreut worden ist. (Bild Caritas Luzern)

Ein «verlorenes» Portemonnaie, das von der Caritas Luzern gestreut worden ist. (Bild Caritas Luzern)

Jede zehnte Person in der Schweiz ist laut einer Mitteilung von Caritas Luzern von Armut betroffen. Auch im Kanton Luzern ist dies ein zentrales Problem. Daher fordert die Caritas Luzern, dass Armut als sogenanntes Querschnittsthema in Politik und Verwaltung aufgenommen wird.

Leere Portemonnaies auf der Strasse
Am Donnerstag, 15. April, und Freitag, 16. April, werden in der Stadt Luzern über 200 leere Portemonnaies gestreut. Laut Mitteilung will die Caritas Luzern mit dieser Aktion darauf aufmerksam machen, dass in der Schweiz und auch im Kanton Luzern jede zehnte Person von Armut betroffen ist.

In den Portemonnaies steckt jeweils ein Zettel mit der Aufschrift: «In vielen Portemonnaies herrscht solche Leere. In der Schweiz leben 800'000 Menschen am Existenzminimum. Wie würden Sie sich fühlen, wenn Sie einer davon wären – und so gut wie nie Geld im Sack hätten?»

Arbeitslosigkeit, Steuerpolitik, Raumplanung
Es sei notwendig, «dass der Kanton jährlich die Entwicklung der Armut und deren Ursachen systematisch darstellt und benennt», so die Caritas weiter. Nur so könnten gezielt präventive Massnahmen zur Vermeidung von Armut getroffen werden.

Laut Mitteilung kann Armut verschiedene Ursachen haben. So spielen zum Beispiel die wirtschaftliche Entwicklung oder Arbeitslosigkeit «eine wichtige Rolle», wie es heisst. Auch mangelnde Ausbildung habe einen grossen Einfluss, genau wie die Steuerpolitik. Laut Caritas haben auch Menschen mit Migrationshintergrund geringere Chancen auf dem Markt und mit der Raumplanung würden Personen, die von Armut betroffen sind, ausgegrenzt.

ana