ARTENFÖRDERUNG: Turmfalken profitieren mehr von Förderungsprojekt als Schleiereulen

Ein seit über 14 Jahre geführtes Artenförderungsprojekt der Vogelwarte Sempach hat dafür gesorgt, dass in der Schweiz wieder mehr Turmfalken leben. Nicht ausreichend profitieren konnten hingegen die Schleiereulen: In manchen Regionen verschwanden sie zeitweise ganz.

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Ein Turmfalkennistkasten mit drei Jungtieren. (Bild: Claudia Müller/Vogelwarte.ch)

Ein Turmfalkennistkasten mit drei Jungtieren. (Bild: Claudia Müller/Vogelwarte.ch)

Das koordinierte Artenförderungsprojekt und das integrierte Populationsmonitoring der Turmfalken und Schleiereulen läuft seit 2002. In zahlreichen Einzelprojekten in der ganzen Schweiz betreuten ehrenamtliche Mitarbeiter knapp 3500 Nistkästen für die beiden Arten, führten jährliche Kontrollen der Unterschlupfe und des Bruterfolgs durch und beringten Jung- und Altvögel.

Diese gesammelten Daten dienen einerseits der Erfolgskontrolle der bisher umgesetzten Artenförderungsmassnahmen. Andererseits helfen sie, die Populationsdynamik von Turmfalke und Schleiereule besser zu verstehen, wie die Vogelwarte in dem am Donnerstag veröffentlichten Bericht zum Projekt schreibt.

Daraus geht hervor, dass die Artenförderungsbemühungen für den Turmfalken zu einer Zunahme der Bestände in den meisten Projektregionen geführt haben. Die Schleiereulen hingegen konnten nicht ausreichend von den Fördermassnahmen profitieren.

In den meisten Projektregionen fand seit 2002 bei der Schleiereule eine Abnahme des Bestands statt. Schleiereulen-Bestände seien weitaus stärker von der Winter- und Brutzeitwitterung abhängig als jene der Turmfalken, schreibt die Vogelwarte.

Die Vogelexperten sind dennoch zuversichtlich: Glücklicherweise könne die Schleiereule dank hoher Reproduktion in guten Jahren und ihrer ausgeprägten Wanderfreudigkeit einst verlassene Gebiete meist schnell wieder besiedeln. (sda)