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ASYL: Aktivisten besetzen Amt für Migration

Eine Gruppierung mit dem Namen «Aktion Würde statt Hürde» hat am Montagmorgen in Luzern das kantonale Amt für Migration besetzt. Sie will damit auf das Leben derjenigen Migranten hinweisen, die in prekären Bedingungen leben müssen.
Bild zvg

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Eine Sprecherin der Gruppe sagte auf Anfrage, dass sich rund 12 Personen im Innern des Gebäudes aufhalten würden und rund 30 draussen demonstrierten. Die Mitglieder der Aktion stammten aus Luzern, aber auch aus anderen Kantonen wie Bern, Zürich und Basel.

Anlass der Aktion ist gemäss einer Medienmitteilung der Gruppierung der Suizidversuch zweier Menschen in Nothilfe. Diese hätten sich vor fünf bis sechs Wochen ereignet, sagte die Sprecherin. Das sei alarmierend und zeige in aller Deutlichkeit die dramatische Situation von abgewiesenen Asylsuchenden auf.

Die Gruppierung hat mit abgewiesenen Asylbewerbern, die von der Nothilfe lebten, Interviews gemacht und will diese den Mitarbeitern des Amtes für Migration vortragen. Damit würden die Stimmen der Betroffenen ins Amt getragen, sagte die Sprecherin. Mit der Aktion solle auch einer breiteren Öffentlichkeit klar gemacht werden, wie unmenschlich Menschen in der Schweiz leben müssten.

Die Gruppierung will nach eigenen Angaben im Amt für Migration ausharren, aber keinen aktiven Widerstand leisten. Das Amt für Migration lasse Sans-Papiers die volle Härte der Festung Europa spüren, heisst es in ihrem Manifest.

Alexander Lieb, Leiter des Amts für Migration, sagte gegenüber unserer Zeitung, dass die Aktivisten sich «friedlich und absolut korrekt» verhalten hätten. Zu den Vorwürfen könne er allerdings keine Stellung nehmen, da diese seiner Meinung nach vor allem die Nothilfe betreffen würden und nicht das Amt für Migration.

Die Menschenrechtsorganisation «augenauf Bern» solidarisiert sich mit den Aktivisten. Die Problematik bestehe nicht nur in Luzern, sondern in der ganzen Schweiz. Sie sei Ausdruck der auf Marginaliserung, Ausgrenzung und Abschiebung ausgerichteten Asyl- und Ausländerpolitik.

Die Sicht der Aktivisten

Problematisch sind aus Sicht der Aktivisten zwei Ebenen: Zum einen werden Menschen, ohne etwas Kriminelles getan zu haben, kriminalisiert und illegalisiert. Gefängnisstrafen und Bussen sind Alltag, einfach nur, weil die Papiere fehlen. Zum anderen seien die Lebensumstände prekär, da unwürdige Notwohnungen und die täglichen 10-Franken-Gutscheine von Coop bei Weitem nicht zum Leben reichen, zumal zusätzlich ein Arbeitsverbot besteht. Auch zu Bildung hätten diese Menschen keinen Zugang.

Dies alles verunmögliche ein menschenwürdiges Dasein und eine Integration in der Schweiz. Das Amt für Migration schikaniert die Nothilfe beziehenden Menschen zusätzlich mit willkürlichen Repressalien.

sda/rem/mst

Die Aktivisten tapezierten die Fenster mit Sprechblasen. (Bild: zvg)

Die Aktivisten tapezierten die Fenster mit Sprechblasen. (Bild: zvg)

Demo-Plakat vor dem Eingang des Amts für Migration. (Bild: zvg)

Demo-Plakat vor dem Eingang des Amts für Migration. (Bild: zvg)

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