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ASYL: Bald zwanzig Deutschklassen

Seit Anfang Jahr sind Deutschkurse in den Luzerner Asylzentren für die Bewohner Pflicht. Innert drei Monaten hat der Kanton die Kursplätze von 60 auf 210 aufgestockt.
Roseline Troxler
Deutschunterricht im Asylzentrum Sonnenhof in Emmenbrücke: Lehrer Urs Jans übt mit den Asylsuchenden die Namen der Monate. (Archivbild Dominik Wunderli)

Deutschunterricht im Asylzentrum Sonnenhof in Emmenbrücke: Lehrer Urs Jans übt mit den Asylsuchenden die Namen der Monate. (Archivbild Dominik Wunderli)

Roseline Troxler

Dreimal die Woche heisst es für alle Bewohner der Luzerner Asylzentren Deutschwörter büffeln und die ersten Begegnungen mit der deutschen Grammatik machen. Seit Anfang Jahr sind die Deutschkurse für die Asylsuchenden in den Zentren Rothenburg, Sonnenhof Emmenbrücke sowie Hirschpark Luzern obligatorisch. Neun Stunden pro Woche drücken die Asylbewerber die Schulbank.

Erste Bilanz positiv

Im Januar wurde mit vier Klassen à 15 Teilnehmer gestartet. Drei Monate später sind es schon deutlich mehr. Der Luzerner Asylkoordinator Ruedi Fahrni sagt auf Anfrage: «Das Deutschkursangebot konnte laufend ausgebaut werden. Inzwischen unterrichten wir in 14 Klassen insgesamt 210 Asylsuchende.» Nebst den Bewohnern der Zentren lernen auch die Asylbewerber der Zivilschutzanlage Meggen Deutsch. Dort gibt es zwei Klassen. Zurzeit sind laut Fahrni acht Lehrer in Teilzeitpensen angestellt. Das Gesundheits- und Sozialdepartement zieht nach den ersten drei Monaten eine positive Bilanz der obligatorischen Deutschkurse. «Die Möglichkeit, Deutschkurse zu besuchen, wird von den Asylsuchenden sehr geschätzt. Und es gibt für sie auch etwas eine Tagesstruktur.»

Vereine haben Räume angeboten

Noch vor einem Monat sprach Fahrni von Schwierigkeiten beim Finden geeigneter Räume für den Deutschunterricht (Ausgabe vom 11. März). «Aufgrund des Artikels in Ihrer Zeitung wurden uns von verschiedenen Vereinen, Institutionen sowie kirchlichen Organisationen Räumlichkeiten angeboten, welche wir zum Teil bereits nutzen können», so der Asylkoordinator.

Im März nannte Ruedi Fahrni als Ziel, dass bis Ende Jahr zwanzig Klassen geführt werden. Diese Bestrebungen könnten bereits im Mai erfüllt sein – auch dank der zusätzlichen Schulräumlichkeiten im seit längerer Zeit leer stehenden Stadtluzerner Schädrütischulhaus (Ausgabe vom 15. April). «Dort werden ab Mai zusätzlich vier bis sechs Klassen mit bis zu 90 Asylsuchenden unterrichtet», führt Fahrni aus. Dennoch können laut dem Kanton auch im Mai noch nicht alle Asylsuchenden in den Zentren einen Deutschkurs besuchen. «Es wird immer Asylsuchende geben, die aufgrund ihrer persönlichen Situation nicht in der Lage sind, bereits während der Zentrumsphase Deutschkurse zu besuchen», sagt Silvia Bolliger, Leiterin Kommunikation beim Gesundheits- und Sozialdepartement.

Kanton eröffnet neue Asylschule

Nicht nur Erwachsene, sondern auch Kinder und Jugendliche werden künftig im Schulhaus Schädrüti unterrichtet. Der Kanton Luzern eröffnet dort im Mai eine neue Asylschule. Solche Schulen werden auch in den Zentren in Kriens, Rothenburg sowie im Zentrum Hirschpark geführt.

Die unbegleiteten minderjährigen Asylsuchenden nehmen an den Deutschkursen für Erwachsene teil, wenn sie über 16-jährig sind. Die jüngeren Asylsuchenden besuchen hingegen den obligatorischen Unterricht an einer der Asylschulen.

Auch in Notunterkünften möglich

Bei den temporären Unterkünften ist die Zivilschutzanlage Meggen die einzige Notunterkunft, in der Deutschkurse angeboten werden. Dies könnte sich allerdings ändern. «Weitere Standorte stehen in Aussicht.» Ruedi Fahrni nennt als mögliche Standorte die Unterkünfte in Nebikon, Ruswil, Eschenbach und Buchrain, sagt aber: «Es wird nicht möglich sein, das Angebot auf alle temporären Unterkünfte auszuweiten.»

Ob dieses Jahr noch weitere Klassen geführt werden, kann Fahrni derzeit noch nicht sagen. «Sobald wir die weitere Entwicklung im Asylwesen abschätzen können, werden wir uns einen weiteren Ausbau des Deutschkursangebotes überlegen. Wir entscheiden voraussichtlich Ende Sommer.» Die Auslastung in den temporären Unterkünften habe sich leicht entspannt. Fahrni geht allerdings davon aus, dass sich dies bald ändern wird. «Wir rechnen in den nächsten Wochen mit einer starken Zunahme der Anzahl Asylgesuche.» Per Ende März hielten sich im Kanton Luzern 1842 Asylsuchende auf.

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