Asylregime: Bitte schnell entscheiden

Christian Peter Meier über das Asylregime im Kanton Luzern

Christian Peter Meier
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Werden die den Kantonen zugeteilten Asylsuchenden adäquat betreut? Mit genügend Personal, genügend Sprachunterricht, genügend Empathie? Darüber wird im Kanton Luzern derzeit hinter den Kulissen gestritten. Mehr noch: Jüngst haben Betreuer und Sprachlehrer frustriert den Bettel hingeworfen, weil sie mit dem Luzerner Asyl- und Flüchtlingswesen nicht zufrieden sind. Das verantwortliche Gesundheits- und Sozialdepartement widerspricht der Kritik: Die Personalfluktuation sei normal, die Betreuung gut, obwohl man den parlamentarischen Auftrag umgesetzt und Geld gespart habe. Fakt ist: Auch andere Kantone stehen im Clinch zwischen Migrations- und Spardruck. Eben hat zum Beispiel das Zürcher Stimmvolk beschlossen, vorläufig aufgenommenen Flüchtlingen nur noch Asylfürsorge statt Sozialhilfe zu zahlen – damit sie sich motiviert sehen, finanziell schnell auf eigenen Beinen zu stehen. Bei Asylsuchenden stellt sich die Frage noch stärker, wie viel die öffentliche Hand in sie investieren soll – weil eben noch offen ist, ob sie hier eine Zukunft haben oder nicht. Wenn ihnen Kantone wie Luzern also trotz klammer Kassen Sprachkurse anbieten, ist dies grundsätzlich lobenswert. Gleichzeitig ist die Frustration bei Asylsuchenden, Lehrern und Betreuern verständlich, wenn diese Kurse jeweils schon nach wenigen Monaten wieder aufhören. Umso mehr, als eine frühzeitige Investition in die Sprachkompetenz die späteren Chancen im Arbeitsmarkt deutlich erhöht. Dieser Grundkonflikt ist angesichts der finanziellen Lage derzeit wohl auszuhalten. Entschärfen können ihn allerdings möglichst schnelle Entscheide in möglichst vielen Asyldossiers.

Christian Peter Meier

christian.meier@luzernerzeitung.ch