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ASYLUNTERKUNFT: Mangels Alternative: Schliessung wird verschoben

Die Zivilschutzanlage Eichhof hätte Anfang Jahr geschlossen werden sollen. Mangels Alterna­tiven wird die Frist verlängert – schon zum zweiten Mal.
Simon Bordier
Die Bewohner der Asylunterkunft Eichhof können vorerst weiterspielen. Die Anlage bleibt bis mindestens Ende Juni geöffnet. (Bild Roger Grütter)

Die Bewohner der Asylunterkunft Eichhof können vorerst weiterspielen. Die Anlage bleibt bis mindestens Ende Juni geöffnet. (Bild Roger Grütter)

Simon Bordier

Seit Februar 2015 dient die Zivilschutzanlage Eichhof als Asylunterkunft für rund 60 Personen. Zunächst sollte die Unterkunft im Januar 2016 wieder geschlossen werden. Doch weil die Behörden keine Anschlusslösung fanden, wurde die Frist bis Ende April verlängert. Und nun verzögert sich die Schliessung weiter. Denn angesichts des aktuellen Zustroms an Asylbewerbern wird jeder Platz dringend gebraucht. Daher soll die Anlage bis Ende Juni geöffnet bleiben, wie Recherchen unserer Zeitung zeigen.

Stadtrat und Sozialdirektor Martin Merki (FDP) bestätigt die Information. Der Stadtrat habe die Verlängerung bewilligt, um Zeit bei der Suche nach Alternativen zu gewinnen. «Eine Anschlusslösung steht kurz vor dem Abschluss», sagt er. Mit einer Verlängerung über den Juni hinaus sei daher nicht zu rechnen. Nähere Auskünfte könne er zum jetzigen Zeitpunkt keine geben.

Anwohner sehens gelassen

Samuel Sieber, Co-Präsident des Quartiervereins Obergrund, meint: «Wir sind über die Verlängerung informiert und haben Verständnis, dass eine gute Anschlusslösung seine Zeit braucht.» Da man bisher keine schlechten Erfahrungen mit Asylsuchenden gemacht habe, sei die Verlängerung nicht weiter problematisch.

Die Zivilschutzanlage befindet sich direkt neben dem Betagtenzentrum Viva Luzern Eichhof. «Dass die Asylunterkunft geöffnet bleibt, ist aus unserer Sicht kein Problem», sagt Marco Borsotti, Leiter des Betagtenzentrums. «Die Asylsuchenden stellen aus unserer Sicht eine Bereicherung dar. Es gibt auch Bewohner, die das Gespräch mit den jungen Männern suchen und sich freuen, wenn sie beispielsweise wieder einmal französisch sprechen können.» Die Mehrzahl der Männer halte sich allerdings tagsüber gar nicht in der Nähe des Betagtenzentrums auf, so Borsotti, sondern ziehe weiter Richtung Stadt. Bei den Asylsuchenden handelt es sich um alleinstehende Männer, zu einem grossen Teil Eritreer.

In der Nähe der Anlage befinden sich auch das Pflegeheim Steinhof sowie die Studentensiedlung der Student Mentor Foundation. Auch dort gebe es keine nennenswerten Probleme mit Asylsuchenden, lassen beide Institutionen auf Anfrage wissen. Der verlängerten Öffnung der Asylunterkunft bis Juni schaue man gelassen entgegen.

Vier Asylunterkünfte in der Stadt

In der Stadt gibt es zurzeit vier Asylunterkünfte mit insgesamt rund 230 Plätzen. Neben dem Eichhof sind dies das Zentrum Hirschpark sowie Liegenschaften im Ibach und an der Tribschenstrasse. Die Zivilschutzanlage Eichhof diente bereits einmal 2012 als Asylunterkunft.

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