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ASYLUNTERKUNFT: Megger fordern eine Alternative

Für eine Petition in Meggen sind innert kurzer Zeit über 110 Unterschriften zusammengekommen. Die Forderung: Die Flüchtlinge sollen eine bessere Unterkunft erhalten.

Sandra Monika Ziegler

Die Zivilschutzanlage Huob in Meggen wird ab Mitte Oktober für bis zu 50 Asylsuchende als Notunterkunft dienen (Ausgabe vom 12. September). Inzwischen haben über 110 Megger, viele davon direkte Anwohner, eine Petition unterschrieben, die nun beim Gemeinderat eingereicht wurde. In der Petition wird eine «menschenwürdigere Unterkunft» für die Asylsuchenden gefordert.

«Traumatische Erlebnisse»

Einer der Initianten ist Christian J. Jäggi, Theologe und Ethnologe: «Wir sind nicht gegen die Aufnahme von Asylsuchenden. Was wir bemängeln, ist die Zivilschutzanlage Huob als Unterkunft.» Solche Anlagen seien, so Jäggi, nicht geeignet für Asylsuchende. «Die unterirdische Anlage kann sich unseres Erachtens negativ auf die Gesundheit der dort untergebrachten Menschen auswirken. Besonders auf Flüchtlinge, die doch oft traumatische Erlebnisse hinter sich haben, kann das problematisch werden und zu gesundheitlichen Leiden führen.»

Die Unterzeichnenden befürchten auch, dass der Aufenthalt in der Notunterkunft zu mehr Aggressivität und Gewalt führen könnte. Jäggi spricht das Beispiel von Genf an. Dort hatten sich Mitte Juni rund 30 Asylsuchende gegen eine unterirdische Unterkunft gewehrt. Sie hatten Erfolg: 149 Personen wurden kürzlich in oberirdische Unterkünfte gebracht. Mit der Petition in Meggen wird die Gemeinde aufgefordert, «ernsthaft eine andere, bessere Lösung zu suchen» – auch wenn diese teurer sei, so Jäggi. Die Unterzeichner listen im Begleitbrief dazu Möglichkeiten auf. So könne man zum Beispiel private Objekte anmieten, Container auf Gemeindegebiet platzieren oder die Aufnahme von Flüchtlingsfamilien durch Private unterstützen. Die Petitionäre werfen den Behörden vor, den Entscheid für die Zivilschutzanlage aus rein finanziellen Gründen gefällt zu haben.

Die erste offizielle Infoveranstaltung von Gemeinde und Kanton findet nächsten Montag statt. Eingeladen sind rund 200 direkte Anwohner. Anwesend sein werden auch Vertreter der Kirchen, der Quartiervereine und Parteien sowie Mitglieder der Schulpflege und der Asylbegleitgruppe. Gemäss Einladung der kantonalen Dienststelle Soziales und Gesellschaft kann bei dieser Gelegenheit auch die Zivilschutzanlage besucht werden. Zudem wird über die vorgesehene Betreuung, das Begleit- und Sicherheitskonzept informiert. An diesem Info-Anlass wird sich der Megger Gemeinderat zu den Forderungen der Petition äussern. Zurzeit wolle man noch keine Stellung nehmen zur Petition, sagt Gemeindepräsident Urs Brücker (GLP). Nur soviel: Der erste Zuweisungsentscheid sei vor einem Jahr gekommen, so Brücker. «Wir waren aktiv. Gemeindeeigenen günstigen Wohnraum haben wir nicht, und die Wohnungen auf dem freien Markt sind zu teuer.» Für eine private Unterbringung von Asylbewerbern, wie von den Petitionären vorgeschlagen, fehle im Kanton zudem die rechtliche Grundlage.

Information erst kurz vor Eröffnung

Diejenigen Megger, die keine direkten Anwohner der neuen Asylunterkunft sind, müssen sich noch etwas gedulden in Sachen Information. Die breite Bevölkerung soll nämlich erst kurz vor dem Einzug der ersten Asylbewerber informiert werden. So ist am 14. Oktober um 19 Uhr im katholischen Pfarreiheim ein öffentlicher Informationsabend geplant. Dort werden auch der kantonale Asylkoordinator Ruedi Fahrni sowie Vertreter von Caritas und Luzerner Polizei anwesend sein.

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