ASYLWESEN: Buttisholz plant temporäre Asylunterkunft in Pavillons

In der Gewerbezone soll in Buttisholz eine temporäre Asylunterkunft in Pavillons für maximal 72 Asylsuchende entstehen. Der Gemeinderat sieht klare Vorteile gegenüber einer dezentralen Unterbringung in verschiedenen Wohnhäusern.

Drucken
Teilen
Die Gemeinde Buttisholz plant eine Asylunterkunft für 72 Asylsuchende. (Bild: pd)

Die Gemeinde Buttisholz plant eine Asylunterkunft für 72 Asylsuchende. (Bild: pd)

Die Gemeinde Buttisholz ist gemäss Zuweisungsentscheid des Luzerner Regierungsrates verpflichtet, 40 Asylsuchende aufzunehmen. In einem ersten Schritt verpflichtet der Regierungsrat die Gemeinden mindestens 75 Prozent dieser Quote zu erfüllen. Zurzeit fehlen noch etliche Plätze. Ab Anfangs April muss dem Kanton Luzern für jeden fehlenden Platz eine Entschädigung bezahlt werden. Der Gemeinderat hat in seinem Jahresprogramm 2016 festgehalten, dass er die nötige Anzahl Plätze zu 100 Prozent zur Verfügung stellen will, heisst es in einer Medienmitteilung der Gemeinde Buttisholz vom Donnerstag.

Strategiewechsel zu Asylzentrum

In den vergangenen eineinhalb Jahren wurde intensiv nach Unterbringungsplätzen gesucht. Leider nur mit sehr bescheidenem Erfolg. Es konnte eine zusätzliche Wohnung im alten Lehrerheim für acht Asylsuchende vermietet werden. Weitere acht Asylsuchende sind schon länger in Buttisholz wohnhaft. Es fehlen geeignete Objekte für die Unterbringung von Asylsuchenden und die Leerwohnungsziffer in Buttisholz ist sehr tief. Das Soll kann so nicht erfüllt werden. Deshalb hat der Gemeinderat Buttisholz seine Strategie festgelegt und sich für die Schaffung eines Regionalzentrums entschieden.

In einer noch zu bauenden temporären Asylunterkunft in Pavillons sollen inskünftig bis zu 72 Asylsuchende in der Gewerbezone untergebracht werden können. Bei der Einreise in die Schweiz werden die Asylsuchenden nach einigen Monaten in einem der verschiedenen Bundesunterkünfte an die Kantone verteilt, wo sie in Regionalzentren untergebracht werden. Nach einigen Monaten in diesen Zentren wird je nach Asyl-Entscheid für die Asylsuchenden eine dezentrale Unterbringung in Wohnungen aller Gemeinden im Kanton Luzern gesucht.

Vorteile Regionalzentrum überwiegen

Der Betrieb eines Regionalzentrums bietet gemäss Mitteilung einige wichtige Vorteile. Die Asylsuchenden verbleiben nur einige Monate im Regionalzentrum. Somit müssen diese Personen auf der Gemeindeverwaltung auch nicht angemeldet werden und die Gemeinde ist nach zehn Jahren nicht für eine allfällige Sozialhilfe zuständig. Es erfolgt eine sehr enge Betreuung durch den Kanton. Kinder werden zentral durch den Kanton geschult. Das Aufnahmesoll wird vollumfänglich eingehalten. Falls die Anzahl der Asylsuchenden massiv ansteigen würde, wäre die Gemeinde Buttisholz mit 72 Plätzen positiv gewappnet. Als Nachteil sieht der Gemeinderat vor allem die Dauer des Mietvertrags für die temporäre Asylunterkunft in einem Regionalzentrum.

Die temporäre Asylunterkunft soll am Standort des alten Tennisplatzes in der Gewerbezone, auf dem gemeindeeigenen Landgrundstück, platziert werden. Es ist noch nicht klar, ob die Einwohnergemeinde selber investiert oder ob eine Privatfirma die Pavillons finanziert. Je nach Finanzierung und nach Abschreibung der Anschaffungskosten wird ein fixer Mietvertrag über mehrere Jahre mit dem Kanton abgeschlossen. Es laufen noch intensive Abklärungen. Mit dem Baubewilligungsverfahren wird nach der Informationsveranstaltung gestartet.

pd/zim