ASYLWESEN: Ein Kriegsverbrecher aus Ruanda in Luzern?

In Luzern lebt ein Mann, der vielleicht mit dem grössten Genozid Afrikas in Verbindung steht. Jetzt fordert Ruanda die Ausweisung des Ex-Ministers.

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(Symbolbild Daniel Tischler/Neue LZ)

(Symbolbild Daniel Tischler/Neue LZ)

Laut einem Artikel der «SonntagsZeitung» vom 5. April lebt im Kanton Luzern ein mutmasslicher Kriegsverbrecher aus Ruanda. Der 56-jährige G. R.* soll vor 15 Jahren am grössten Genozid Afrikas beteiligt gewesen sein. Laut UNO-Angaben wurden während dreier Monate 800'000 Menschen getötet. Recherchen der Neuen Luzerner Zeitung haben ergeben, dass G. R. in einer Luzerner Agglomerationsgemeinde wohnhaft ist.

G. R. war laut «SonntagsZeitung» Minister der damaligen Regierung, die den Völkermord zu verantworten hat. In seiner Heimat wirft man G. R. vor, er habe Hassreden gegen Tutsi-Angehörige gehalten und Todesschwadronen angehört.

Ende 2008 haben Ruandas Behörden die Schweiz erstmals ersucht, den mutmasslichen Kriegsverbrecher auszuliefern. Das Bundesamt für Justiz prüft, ob eine Auslieferung überhaupt zulässig ist. Bis wann dieser Entscheid vorliegt, ist unklar.

Daniel Schriber

*Name der Redaktion bekannt.

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Dienstag in der Neuen Luzerner Zeitung.