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ASYLWESEN: Eintrittsticket in die Arbeitswelt – teurer als erwartet

26 000 Franken kostet die Integration eines Flüchtlings in den Arbeitsmarkt. Eine altbekannte Forderung der Regierung erhält neue Brisanz.
Evelyne Fischer
Sonam Wangyal Manangtgang (links) und Omer Ibrahim haben sich in einem Vorkurs auf eine Ausbildung in der Pflege vorbereitet. (Archivbild Pius Amrein)

Sonam Wangyal Manangtgang (links) und Omer Ibrahim haben sich in einem Vorkurs auf eine Ausbildung in der Pflege vorbereitet. (Archivbild Pius Amrein)

«Die einmalige Pauschale von 6000 Franken reicht gerade ­einmal für ­einen Deutschkurs.» Mehrmals hat der Luzerner Regierungsrat Guido Graf (CVP) in den letzten Monaten betont: Der Bundesbeitrag für die Integration von anerkannten Flüchtlingen und vorläufig Aufgenommenen deckt die effektiven Kosten bei weitem nicht. Bisher schätzte man diese auf 20 000 Franken. Im Zusammenhang mit einer Anfrage von Kantonsrätin Yvonne Hunkeler (CVP, Grosswangen) publiziert die Regierung nun erstmals erhärtete Zahlen: Im Schnitt kostet die Integration eines Flüchtlings über 26 000 Franken.

Weg in die Berufsbildung ebnen

«Rund zwei Drittel der Kosten entfallen auf Massnahmen, die mithelfen, Betroffene in den Arbeitsmarkt einzugliedern», sagt Regierungsrat Guido Graf auf Anfrage. Dazu zählen Brückenangebote für Jugendliche oder Programme wie «Perspektive Bau», die Flüchtlinge auf die berufliche Grundbildung vorbereiten. «Ebenfalls enthalten sind Ausgaben für Beratungsgespräche und Sprachkurse.» Unterschätzt habe man bisher die Ausgaben für jüngere Flüchtlinge. «Uns werden zunehmend Jugendliche zugewiesen, denen eine Schulbildung fehlt oder die das lateinische Alphabet nicht kennen. Um es in die Berufsbildung zu schaffen, brauchen sie nach dem obligatorischen Schulunterricht mehrere Jahre Brückenangebote.»

Die Kosten von 26 000 Franken will die Regierung nun «für eine Neufestsetzung der Integrationspauschale» heranziehen. Eine «dringend notwendige Bemühung», wie Kantonsrätin Yvonne Hunkeler betont: «Der Bundesbeitrag deckt nur 23 Prozent der Kosten. Das ist erschreckend wenig.» Sie fordert, ein Augenmerk auf die Wirksamkeit der Massnahmen zu legen. «Die Mittel müssen gezielt eingesetzt werden, damit Betroffene ihr Leben ohne staatliche Hilfe bestreiten können.»

Wirksamkeit schwer messbar

Der Erfolg solcher Massnahmen lässt sich laut Regierung schwer messen. Ein «sehr wichtiger Indikator» sei die «überdurchschnittlich hohe» Erwerbsquote: Im Kanton Luzern haben 36 Prozent der erwerbsfähigen anerkannten Flüchtlinge nach einer Aufenthaltsdauer von vier bis fünf Jahren eine Anstellung. National sind es gemäss aktueller Asylstatistik des Staatssekretariats für Migration 27 Prozent. In der Zentralschweiz liegt Zug mit 55,3 Prozent auf Platz 1, Schwyz markiert hier mit 22,2 Prozent das Schlusslicht. Bei den vorläufig Aufgenommenen liegt die Arbeitsquote im Kanton Luzern nach sechs bis sieben Jahren bei 54 Prozent – 46,7 Prozent sind es im schweizerischen Schnitt. Spitzenreiter ist Obwalden mit 83,3 Prozent. Den tiefsten Wert der Zentralschweiz erreicht Uri (50 Prozent).

Wie die Regierung weiter schreibt, ist das heutige Integrationssystem nicht frei von Fehlanreizen: Mit dem ersten Erwerbsfranken von Flüchtlingen oder vorläufig Aufgenommenen entfällt die Bundespauschale von monatlich 1450 Franken an die Lebenshaltungskosten. Zudem verweist die Regierung auf den Schwelleneffekt: «Viele Flüchtlinge und vorläufig Aufgenommene arbeiten in Niedriglohnbereichen und verdienen dabei oft nur wenig mehr als die wirtschaftliche Sozialhilfe bei weiterer Nichterwerbstätigkeit decken würde.»

Evelyne Fischer

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