Asylzentren: Wer stört, wird umplatziert

Die Kriminalität unter Asylbewerbern ist im Kanton Luzern sprunghaft angestiegen. Das geplante Asylzentrum im Eigenthal schürt nicht zuletzt deshalb Ängste in der Bevölkerung.

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Asylbewerber in der Mensa des Asylzentrums Chiasso, beobachtet von einem Sicherheitsmann. (Bild: Keystone/Karl Mathis)

Asylbewerber in der Mensa des Asylzentrums Chiasso, beobachtet von einem Sicherheitsmann. (Bild: Keystone/Karl Mathis)

Gemäss neuster Polizeistatistik hat die Kriminalität von Asylbewerbern aus Nordafrika stark zugenommen. Verzeichnete die Luzerner Polizei 2009 noch 45 Straftaten, waren es 2011 schon 165. Grund für diese Zunahme ist auch die stark steigende Zahl der Asylbewerber aus dieser Region. Nicht zuletzt wegen solcher Zahlen fürchten viele Anwohner von geplanten Asylzentren im Kanton Luzern um ihre Sicherheit.

So zum Beispiel die Bevölkerung des Ortsteils Eigenthal in der Gemeinde Schwarzenberg. «Kann ich abends noch spazieren gehen?» oder «Wird es Stacheldraht rund um das Zentrum geben?» waren etwa Fragen, die an der Informationsveranstaltung der Gemeinde vor zwei Wochen gestellt wurden.

Jaunpass mit Eigenthal vergleichbar

Auch in der Gemeinde Boltingen im Berner Oberland stellte sich die Bevölkerung ähnliche Fragen, bevor ein Asylzentrum auf dem Jaunpass eingerichtet wurde. Rund 40 Asylbewerber waren dort täglich von August 2011 bis Ende Februar dieses Jahres einquartiert. Das Eigenthal und die Unterkunft auf dem Jaunpass lassen sich wegen ähnlicher Voraussetzungen gut miteinander vergleichen.

Auf dem Jaunpass wurde die Asylunterkunft während 24 Stunden von der Sicherheitsorganisation Securitas überwacht. Gemäss deren Mediensprecher verhält sich der Grossteil der Asylbewerber korrekt gegenüber den Mitarbeitern. So sei es in den sechs Monaten zu keinen gröberen Vorfällen gekommen. Wer stört, wird in ein grösseres Zenter verlegt.

Andreas Bättig

Die ausführliche Reportage lesen Sie in der Zentralschweiz am Sonntag.