Asylzentrum Fischbach wird realisiert

Die Luzerner Regierung hat am Montag Sofortmassnahmen verkündet, um die Engpässe im Asylbereich schnell zu beseitigen. Das Asylzentrum in Fischbach wird realisiert und eine Luzerner Gemeinde stellt ihre Zivilschutzanlage befristet zur Verfügung.

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Das alte Bürgerheim Mettmenegg in Fischbach. (Bild: Remo Nägeli/Neue LZ)

Das alte Bürgerheim Mettmenegg in Fischbach. (Bild: Remo Nägeli/Neue LZ)

Ab 2012 entstehen neben dem Asylzentrum in Fischbach zudem in einer Zivilschutzanlage in einer anderem Gemeinde rund 100 befristete Plätze. Welche Luzerner Gemeinde ihre Zivilschutzanlage «für mehrere Monate» zur Verfügung stellen wird, wollte Regierungsrat Guido Graf vor den Medien noch nicht sagen. Die Gemeinde will die Öffentlichkeit selber informieren.

Klar aber sei, dass diese Unterkunft genügend Platz biete, um den bestehenden Engpass vorübergehend zu beseitigen, sagte Graf weiter. Konkret benötigt der Kanton Luzern im Verlauf des Januars 2012 zusätzliche 100 Plätze und wegen der Schliessung des Zentrums Witenthor in Malters bis Mitte März weitere 90 Plätze.

Auch Reserveplätze belegt

In den Monaten Oktober und November wurden dem Kanton Luzern vom Bund jeweils über 100 neue Asylsuchende zugewiesen. Diese Zahl liege deutlich über der Prognose des Bundes, sagte Graf. Deshalb seien auch sämtliche Reserveplätze inzwischen belegt.

Um «die Last der Asylunterkünfte», wie Graf sagte, auf verschiedene Gemeinden zu verteilen, werden in Zukunft anstelle des Asylzentrums Witenthor mehrere kleine Unterkünfte mit Platz für 30 bis 40 Personen realisiert.

Nur noch 35 Asylsuchende in Fischbach

Als weitere Sofortmassnahme verkündete Graf, dass die Regierung mit dem Liegenschaftsbesitzer des ehemaligen Bürgerheims Mettmenegg in der Gemeinde Fischbach an der Grenze zu Bern nun einen Mietvertrag über die Dauer von zehn Jahren unterzeichnen konnte.

Bereits Anfang September hatte der Regierungsrat über diese Absicht informiert und dabei in ein Wespennest gestochen: Die Bevölkerung von Fischbach bekundete starke Bedenken und Angst. So überarbeitete die Regierung ihr Vorhaben; sie will in Fischbach nun nur noch 25 bis 35 Asylsuchende unterbringen statt der ursprünglich angekündigten 55 Personen.

Das Haus muss zuerst aber noch für rund 875'000 Franken umgebaut werden. Der Bezug der Unterkunft ist abhängig von der Behandlung des entsprechenden Baugesuchs sowie den Bauarbeiten, die laut Graf «einige Monate» in Anspruch nehmen.

Interesse an Bundeszentren

Weiter können im Amtshaus Willisau 10 Personen untergebracht werden. Ausserdem prüft der Regierungsrat den Bau von Containersiedlungen auf kantonseigenen Landparzellen.

Offen zeige man sich aber auch gegenüber der Realisierung von Bundeszentren im Kanton Luzern, sagte Graf. Einerseits würden dem Kanton Luzern dadurch anteilsmässig weniger Asylsuchende zugewiesen werden. Andererseits könnten in den Bundeszentren die Asylverfahren rascher und effizienter abgewickelt werden.

Graf fordert für alle Unterkünfte «rigorose Sicherheitskonzepte». Die Regierung sei aber auch auf das Verständnis der Bevölkerung und der Gemeinden angewiesen. Gleichzeitig wünscht sich Graf «mehr Sachlichkeit, Anstand und Respekt» gegenüber der Thematik. Für anonyme Schreiben und Drohungen habe die Regierung kein Verständnis. Sie werde konsequent dagegen vorgehen.

Zudem soll Caritas dafür sorgen, dass die in den Zentren untergebrachten Asylsuchenden einer Beschäftigung nachgehen können. Graf sprach von Einsätzen in der Landwirtschaft, Forstwirtschaft oder anderen Einsätzen im Dienste der Gesellschaft.

sda/zim/rem