ATTACKE: «Der Engländer hat mich verbal beleidigt»

Am vergangenen Samstag ist ein Tourist im Luzerner Stadtzentrum nach einem Faustschlag derart stark verletzt worden, dass er gestorben ist. Nun hat der Täter – ein vorbestrafter 23-jähriger Tibeter aus Kriens – gestanden.

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Am Tatort in der Seidenhofstrasse wurde mit Kerzen und Blumen des Toten gedacht. (Bild Boris Bürgisser/Neue LZ)

Am Tatort in der Seidenhofstrasse wurde mit Kerzen und Blumen des Toten gedacht. (Bild Boris Bürgisser/Neue LZ)

Der 28-jährige Mann aus England war am um zirka 5 Uhr mit einem Begleiter auf der Seidenhofstrasse unterwegs, wo sie wenige Meter vor der Einmündung in die Bahnhofstrasse auf eine Gruppe von vier Personen stiessen. Es wurden einige Worte in englischer Sprache gewechselt. Im Verlaufe dieser Diskussion wurde das Opfer unvermittelt von einem damals unbekannten Mann mit einem Faustschlag zu Boden gestreckt. Das Opfer ist am Sonntag an den Verletzungen gestorben. Die Todesursache ist Gegenstand der durchgeführten Obduktion. Diese Ergebnisse liegen noch nicht vor, wie die Stadtpolizei Luzern mitteilt

Geständnis abgelegt
Die Kantonspolizei Luzern hat am Montagmittag in Kriens einen tatverdächtigen Mann festgenommen. Der Mann wurde von der zuständigen Amtsstatthalterin in Untersuchungshaft versetzt. Der 23-jährige Mann aus Tibet hat inzwischen ein Geständnis abgelegt. Er bestätigte, dass er dem Opfer einen Faustschlag versetzt hat. «Er hat uns verbal beleidigt. Das wollte ich mir nicht gefallen lassen. Deshalb habe ich ihn geschlagen. Ich wollte ihn aber sicher nicht umbringen», gab der Angeschuldigte zu seinem Motiv zu Protokoll, wie es im Communiqué heisst.

Der Angeschuldigte lebt seit einigen Monaten in Kriens und arbeitet im Kanton Luzern. Er verfügt über eine C-Aufenthaltsbewilligung. Der mutmassliche Täter ist bereits wegen Gewaltdelikten vorbestraft. Der Angeschuldigte und das Opfer kannten sich nicht – sie trafen am Samstag zufällig aufeinander

5000 Franken Belohnung
Die Untersuchungsbehörden haben noch am Samstag für sachdienliche Hinweise, welche zur Ergreifung des Täters führen, eine Belohnung von 5000 Franken ausgesetzt. Die Polizei konnte den Angeschuldigten dank einem direkten Hinweis aus der Bevölkerung festnehmen. Die Belohnung an den Informationsgeber wird ausbezahlt, heisst es weiter.

scd