ATTESTLEHREN: Benachteiligten Jugendlichen Chance geben

Viele sind in einer herkömmlichen Berufslehre überfordert, ihnen soll eine verkürzte Attestlehre den Berufseinstieg erleichtern. Der Luzerner Bildungsdirektor Anton Schwingruber ruft Unternehmen dazu auf, vermehrt solche Angebote zu schaffen.

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Für lernschwache Jugendliche ist es oft schwer, eine herkömmliche 3- bis 4-jährige Berufslehre zu absolvieren, weil sie mehr Zeit brauchen oder überfordert sind. Abhilfe schafft eine zweijährige Grundbildung mit eidgenössischem Berufsattest (Attestlehre).

Jedoch sind solche Stellen im Kanton Luzern noch rar, wie das Bildungs- und Kulturdepartement und der Verein Speranza 2000 von Nationalrat Otto Ineichen (FDP/LU) am Montag mitteilten. Sie rufen Unternehmen dazu auf, zusätzliche Ausbildungsplätze zu schaffen.

Gesucht seien Attestlehren vor allem in der Automobilbranche, der Gastronomie, Hauswirtschaft, bei den Floristen, im Verkehrswegbau und im KV-Beruf, so Schwingruber. "Attestausbildungen ermöglichen einen sanfteren Einstieg ins Berufsleben, indem sie dem individuellen Lerntempo Rechnung tragen. Den Traumberuf kann man später auf Umwegen immer noch finden."

Mehr Attestlehrstellen ab Juni
Attestlehren stellen die Berufsbildenden in den Betrieben vor Herausforderungen, da der Betreuungsaufwand höher ist. Jedoch erhalten die Jugendlichen einen Kompetenznachweis und einen eidgenössisch anerkannten Abschluss. Dieser ermöglich es, bei guten Leistungen, das eidgenössische Fähigkeitszeugnis mit verkürzter Lehre nachzuholen.

Zudem erhalten Lehrmeister bei Bedarf externe Unterstützung. Laut Schwingruber würden viele Attestlehrstellen erst in den Monaten Juni, Juli und August vergeben. Freie Plätze gebe es jetzt schon in den Berufen Fleischfachassistent, Polybaupraktiker und Schreinerpraktiker.

Unterstützt wird Schwingruber vom Verein Speranza 2000, der von Otto Ineichen gegründet wurde. Networker motivieren Unternehmer, neue Attestlehrstellen zu schaffen, so die Idee dahinter.

sda