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Auch als Veteran gibt er volle Puste für die Blasmusik

Seit 70 Jahren gehört der rüstige Senior Franz Mattmann (89) der Feldmusik Eschenbach an. Dafür wird er heute zum Eidgenössischen Ehrenveteranen ernannt. Ans Aufhören denkt er aber noch lange nicht.
Monika van de Giessen
Franz Mattmann (89) mit seinem Saxofon. (Bild: Boris Bürgisser (Eschenbach, 16. Mai 2018))

Franz Mattmann (89) mit seinem Saxofon. (Bild: Boris Bürgisser (Eschenbach, 16. Mai 2018))

Der Luzerner Kantonal-Musiktag findet an zwei Wochenenden statt. Den Auftakt zu den «Eschenbacher Festwochen» machen heute die altgedienten Musiker des Kantons. Diese werden anlässlich einer feierlichen Veteranenehrung für 70, 60, 50, 35 und 30 Jahre aktives Musizieren in einem Verein geehrt (siehe Box). Unter den 147 Veteranen findet man nur gerade drei Musikanten, die schon 70 Jahre im Verein musizieren.

Sie dürfen sich ab heute «Eidgenössische Ehrenveteranen» nennen. Mit Franz Mattmann (89) wird ein Einheimischer und Mitglied der organisierenden Feldmusik Eschenbach geehrt. Die anderen beiden eidgenössischen Ehrenveteranen heissen zufällig beide Alfred Egli. Sie sind Mitglieder der Brassband Musikgesellschaft Egolzwil beziehungsweise der Brassband Werthenstein-Schachen.

Eine Familie macht Blasmusik

Man hört immer wieder, dass die Auszeichnung zum Veteranen nichts anderes sei, als eine Alterserscheinung. Franz Mattmann ist anderer Meinung: «Ich betrachte die Auszeichnung als eine Ehre. Zudem finde ich es herrlich, dass der Musiktag heuer in Eschenbach stattfindet, da, wo ich meine Wurzeln habe.» Mattmann wohnt im Weiler Höndlen, dort, wo vor einigen Jahrhunderten die «Freiherren von Eschenbach» ihren herrschaftlichen Sitz hatten. Für den Eschenbacher wird die Veteranenehrung zur Familiensache: Sohn Albin Mattmann wird für 30, Schwiegersohn Werner Häberli für 50 Jahre musizieren als Veteran geehrt. Bereits Mattmanns Vater und sein Onkel machten Musik. Bei seinem ersten Auftritt mit der Feldmusik im Jahr 1948 war er 19 Jahre alt. Der Musikstil und die Blasmusikliteratur hätten sich gegenüber früher markant verändert. «Damals spielte man Märsche, Fox, Polkas oder Wiener Walzer. Heute wollen die jungen Dirigenten schwierige Blasmusikliteratur spielen und den Konzertbesuchern zeigen, was sie drauf haben», sagt Mattmann. In seiner Aussage schwingen ein bisschen Wehmut und Bedauern mit. Ob der 89-Jährige den alten Zeiten ein wenig nachtrauert? Mattmann meint, dass die neuen, konzertanten und schwer spielbaren Stücke vor allem bei älteren Konzertbesuchern nicht immer gut ankommen. «Sie gehen nicht ins Gehör. Niemand kann sie nachsingen.» Abwechslung zur schweren Blasmusikliteratur liefert Franz Mattmann als Kapellmeister mit seiner eigenen Formation, dem Trio Eschba-Klänge. Hier kann sich der aufgestellte und topfitte Musiker in der Besetzung Klarinette/Saxophon, Akkordeon und Keyboard/Klavier musikalisch richtig «austoben». Er spielt bis zu 20 Mal pro Monat in Betagtenzentren, an Familien- und Vereinsanlässen oder bei Geschäftsjubiläen in der ganzen Schweiz. Nostalgische Titel wie «Grüss mir Lugano», «s’Guggerzytli», das Kufsteiner Lied oder «Auf Wiedersehen» seien sehr gefragt.

Geehrt wird Franz Mattmann für 70 Jahre aktives Musizieren in der Feldmusik. Aber auch seine Familie hat ihn geehrt: In seinem Wohnzimmer erinnert ein Diplom an die Auftritte mit seiner Nostalgie-Kleinformation. Darauf steht: «Zum 2000. Auftritt als musikalischer Unterhalter und Lebensabendverschönerer». Über seine Auftritte führt er fein säuberlich Buch. Franz Mattmann ist ein musikalisches Multitalent. Er spielt nicht weniger als vier Instrumente, nämlich Klarinette, Sopran-Saxofon, Es-Altsaxofon und Tenor-Saxofon. In der Feldmusik spielt er das Tenor-Saxofon.

Ein Liter Milch pro Tag hält ihn fit

Das Niveau in den Musikvereinen ist in den letzten Jahren enorm gestiegen. Zu seiner Jugendzeit hätte es noch keine Musikschulen gegeben, so Mattmann. Er nahm bei einem Bauern Klarinettenunterricht. Gibt es ein Konzert, an das sich der Eschenbacher besonders gut erinnert? Mattmann überlegt lange, schmunzelt und antwortet: «Ja, das gibt es. Es war nach einem Konzert in Abtwil. Mein erster Vollrausch war zugleich auch mein letzter». Seither trinkt der Vollblutmusiker keinen Tropfen Alkohol mehr, raucht nicht und trinkt keinen Kaffee. Stattdessen hält er sich mit einem Liter Milch pro Tag fit.

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