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Auch die Luzerner Christbäume haben unter der Trockenheit gelitten

Vor allem in den nördlichen Gebieten des Kantons Luzern kam es bei Christbaumproduzenten zu erheblichen Ausfällen. Ganz so schlimm wie in Deutschland, wo 50 Prozent der Jungpflanzen abstarben, ist es hierzulande aber nicht.
Thomas Heer
Guido Wicki pflanzt vor allem Nordmanntannen an. Wegen deren tiefen Wurzeln überstanden diese den Hitzesommer besser. (Bild: Pius Amrein (Römerswil, 22. November 2018))

Guido Wicki pflanzt vor allem Nordmanntannen an. Wegen deren tiefen Wurzeln überstanden diese den Hitzesommer besser. (Bild: Pius Amrein (Römerswil, 22. November 2018))

Nur unweit der Grenze zum Kanton Aargau, im Reidermoos, betreibt Othmar Vonarburg eine kleine Christbaumfarm. Der pensionierte Klauenpfleger verkauft pro Jahr in der Vorweihnachtszeit zwischen 500 und 600 Tannen. Der vergangene, sehr warme Sommer mit anschliessend ausnehmend trockenem Herbstwetter hat bei Vonarburgs Pflanzen Spuren hinterlassen. Vor allem den ganz jungen Tannen bekamen die aussergewöhnlichen ­meteorologischen Bedingungen gar nicht gut. Von­arburg sagt: «Von der Gruppe der kleinsten Bäume sind etwa 20 Prozent vertrocknet.» Und er ergänzt: So ­etwas habe er bislang noch nie ­erlebt und die erwähnte Ausfallquote bedeute einen neuen Rekord. Einen, auf den er gerne verzichtet hätte.

Bei Othmar Vonarburg ist also genau das eingetreten, was Bruno Röösli, Leiter Abteilung Wald bei der Dienststelle Landwirtschaft und Wald, auf Anfrage dieser Zeitung bereits im Oktober antönte. Röösli sagte damals in Bezug auf die Langzeittro­ckenheit und deren negativen Auswirkungen auf den Forst: Im Kanton Luzern seien vor allem südexponierte Lagen im Wigger-, Suren- und Seetal betroffen.

Deutsche Pflanzer befürchten Totalausfall

Die Luzerner Christbaumpflanzer sind aber im Vergleich zu ihren deutschen Kollegen mit einem blauen Auge davongekommen. Der Vorsitzende des Bundesverbandes der Weihnachts- und Schnittgrünerzeuger liess sich jüngst gegenüber Medien wie folgt vernehmen: Es gebe ein Problem bei den Pflanzen, welche in diesem Frühling in die Erde gebracht worden seien. ­Davon sei landesweit die Hälfte abgestorben. Zu befürchten sei sogar in Totalausfall, wenn nicht endlich ausreichend Niederschlag falle.

Guido Wicki betreibt in Römerswil im Teilzeitpensum einen Landwirtschaftsbetrieb. Dabei bildet das Aufforsten von Christbäumen eines der wirtschaftlichen Standbeine. Und das ist der Grund, weshalb Wicki in den Vorstand der IG Suisse-Christbaum gewählt wurde. Wie haben sich bei Wicki die vergangenen überdurchschnittlich warmen und trockenen Monate auf die Tannen ausgewirkt? Von Wicki sind diesbezüglich keine Klagen zu vernehmen. Er spricht von einem Ausfall zwischen 4 bis 5 Prozent bei den Jungbäumen. Normalerweise liege dieser Wert bei ein bis zwei Prozent.

Der Römerswiler pflanzt auf einer Fläche von acht Hektaren Weihnachtsbäume an. Das sind insgesamt zirka 64000 Stück. Davon verkauft er Jahr für Jahr zwischen 4000 und 5000 Tannen. Diese Zahlen mögen gross erscheinen. Im Vergleich aber zum benachbarten Deutschland ist das Ganze bescheiden. Wicki weiss von Produzenten im nördlichen Nachbarland, die bis zu 1000 Hektaren bewirtschaften.

Wickis Baumkultur besteht zu 90 Prozent aus Nordmanntannen. Diese schlagen im Gegensatz zur Fichte viel tiefere Wurzeln und können so lange Trockenperioden besser überstehen.

Konkurrenz durch die Grossverteiler

Noch näher bei den Voralpen – und der damit verbundenen erhöhten Wahrscheinlichkeit von Niederschlag als Wickis Betrieb liegt die Liegenschaft der Familie Bühlmann in Emmen. Die Bühlmanns verkaufen pro Jahr rund 1500 Bäume. Zum Thema wetterbedingte Ausfälle in diesem Jahr sagt Annelies Bühlmann denn auch: «Wir haben das Gefühl, es hat ihnen nicht geschadet.» Zum Geschäft mit den Weihnachtsbäumen im Allgemeinen sagt die Bäuerin: «Das nimmt von Jahr zu Jahr ab. Denn die Konkurrenz durch Grossverteiler wie etwa Hornbach oder Ikea wird immer stärker.»

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