«Auch der Kanton fühlt sich manchmal von der Stadt unverstanden»: Die neue Kantonsratspräsidentin auf Stadt-Besuch

Die neue Präsidentin des Luzerner Kantonsrats, Ylfete Fanaj (SP), sprach im Stadtparlament über das Verhältnis Stadt-Kanton.

Robert Knobel
Drucken
Teilen
Ylfete Fanaj (SP) am Donnerstag auf Besuch im Luzerner Stadtparlament.

Ylfete Fanaj (SP) am Donnerstag auf Besuch im Luzerner Stadtparlament.

Bild: rk

Der Präsident des Grossen Stadtrats Luzern, Albert Schwarzenbach (CVP) hat sie als «Überraschungsgast» angekündigt: Die frisch gewählte Kantonsratspräsidentin Ylfete Fanaj (SP). In ihrer kurzen Ansprache ging Fanaj auf das oft belastete Verhältnis zwischen Stadt und Kanton Luzern ein. Es stimme einerseits, dass Kanton und Landgemeinden oft nicht so viel Verständnis für die Probleme der Stadt haben. Aber: «Auch der Kanton fühlt sich manchmal von der Stadt unverstanden.»

Für Fanaj ist klar, dass die Stadt Luzern im Kanton durchaus eine Führungsrolle einnehmen soll. Um diese wahrzunehmen, brauche es vor allem Einigkeit:

«Stadt und Region sind dann stark, wenn sie zusammen stehen und mit einer Stimme sprechen.»

Dass Ylfete Fanaj als Städterin im Kantonsrat ein Sensorium für beide Seiten hat, zeigt auch die Tatsache, dass sie von 2007 bis 2011 selber im Stadtparlament sass. Den Wechsel in den Kantonsrat habe sie dabei als «Kulturschock» empfunden: Keine Pausen, kein Kaffee und kein Zvieri. Im Stadtparlament gehe es jedenfalls viel familiärer zu und her.

Mehr zum Thema

Ylfete Fanaj höchste Luzernerin im Amtsjahr 2020/21

Ylfete Fanaj präsidiert ab dem 1. Juli für ein Jahr den Luzerner Kantonsrat und ist damit die höchste Luzernerin. Die SP-Politikerin und Immigrantin wurde bei einem absoluten Mehr von 59 Stimmen mit 91 Stimmen gewählt.