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Auch in Rothenburg wird verdichtet gebaut – und Gewässerraum geschützt

Die Gemeinde Rothenburg legt die Teilrevision ihrer Ortsplanung öffentlich auf. Neben der gesetzlich geforderten Festlegung der Gewässerräume besteht sie aus zwei zukunftsweisenden Umzonungen.
Beatrice Vogel
Das Grundstück Lehn soll durch die Teilrevision der Ortsplanung in die Wohnzone eingeteilt werden. (Bild: Pius Amrein, Rothenburg 8. Februar 2019)

Das Grundstück Lehn soll durch die Teilrevision der Ortsplanung in die Wohnzone eingeteilt werden. (Bild: Pius Amrein, Rothenburg 8. Februar 2019)

Seit nunmehr acht Jahren sind das revidierte eidgenössische Gewässerschutzgesetz und die dazugehörige Gewässerschutzverordnung in Kraft. Bis Ende 2018 sollen in der Schweiz die Gewässerräume festgelegt werden. Höchste Zeit also, dass auch die Gemeinde Rothenburg dies tut. Die Teilrevision der Ortsplanung, welche die Gewässerräume beinhaltet, liegt bis 12. Februar öffentlich auf.

Konkret geht es dabei um den Schutz der Gewässer und deren Ufergebiete, den Hochwasserschutz und die Gewässernutzung. Die Breite der Gewässerräume richten sich nach jener der Gewässer und sind vom Kanton vorgeschrieben. Im Gewässerraum darf nicht gebaut werden und es gelten Einschränkungen für die Bewirtschaftung durch die Landwirtschaft. «Je nach Gewässer können die Bestimmungen restriktiver sein als vorher», sagt Philipp Rölli, Geschäftsführer der Gemeinde Rothenburg. «Wir müssen die Vorgaben umsetzen und haben kaum Handlungsspielraum.» Da Rothenburg ausschliesslich Bäche und keine Flüsse oder Seen hat, sei die Umsetzung aber weniger problematisch als in anderen Gemeinde.

Im Rahmen der Teilrevision sind zudem vier Umzonungen vorgesehen. Dies geschieht, weil sich mehrere Grundeigentümer bei der Gemeinde gemeldet haben, um auf ihren Grundstücken etwas zu verändern. Laut Rölli hat die Gemeinde mit den Grundeigentümern gute Lösungen für eine Weiterentwicklung ihrer Areale erarbeitet.

Umzonungen nach neuem Raumplanungsgesetz

So will die Baugenossenschaft Rothenburg zusammen mit zwei weiteren Grundeigentümern ihre Grundstücke an der Lehnstrasse neu überbauen. «Das Ziel ist es, an dieser Stelle verdichtet zu bauen und so dem neuen Raumplanungsgesetz gerecht zu werden», sagt Philipp Rölli. Bisher befindet sich das Areal Lehn in der Wohnzone Quartiererneuerung. Diese wurde 2012 explizit geschaffen, um das Quartier neu entwickeln zu können. «Die erhoffte Entwicklung hat jedoch bis heute nicht stattgefunden», so Rölli. Mit der Umzonung in eine Wohnzone mit Gestaltungsplanpflicht könne man einen Schritt weiter gehen und den Anforderungen einer qualitätsvollen Bebauung sowie der Förderung von preisgünstigem Wohnungsbau besser Rechnung tragen.

Eine weitere Umzonung betrifft das Areal Fläckehof zwischen der Fläckehof- und Stationsstrasse, das derzeit unbebaut ist. Das Grundstück befindet sich in Besitz der reformierten Kirchgemeinde Luzern. Anstelle des heute zulässigen Gewerbeanteils möchte die Eigentümerin das Areal mit einer reinen Wohnnutzung überbauen. Rölli: «Das Grundstück eignet sich besonders für Wohnen im Alter, da es zentral in unmittelbarer Nähe zu den Einkaufsmöglichkeiten, zum ÖV sowie dem Alters- und Pflegeheim liegt.» Aktuell befindet es sich in der Kernzone. Durch die Umzonung in die Wohnzone mit Gestaltungsplanpflicht sei es möglich, klare Kriterien für die Nutzung festzulegen, so Rölli. So werden gemäss der Grundeigentümerin mindestens sechs Kleinwohnungen für altersgerechten Wohnungsbau realisiert und zu erschwinglichen Preisen vermietet.

Auch das unbebaute Grundstück Fläckehof soll mit der Teilrevision der Ortsplanung in die Wohnzone umgezont werden. (Bild: Pius Amrein, Rothenburg 8. Februar 2019)

Auch das unbebaute Grundstück Fläckehof soll mit der Teilrevision der Ortsplanung in die Wohnzone umgezont werden. (Bild: Pius Amrein, Rothenburg 8. Februar 2019)

Beide Umzonungen entsprechen durch die Verdichtung dem neuen Raumplanungsgesetz, das eine höhere Ausnützung der Bauzonen verlangt. Damit nehmen sie bereits Themen auf, die bei einer Totalrevision der Ortsplanung zur Sprache kommen werden.

Totalrevision startet 2020

Wie alle Gemeinden muss auch Rothenburg ihren Bau- und Zonenplan dem neuen kantonalen Planungs- und Baugesetz anpassen. Dies ist jedoch nicht Bestandteil der aktuellen Teilrevision der Ortsplanung Rothenburgs, sondern eine umfassende Angelegenheit, die ab 2020 angegangen wird. «Bei der anstehenden Revision geht es um die Frage, wie sich Rothenburg langfristig entwickeln soll. Diese gesamtheitliche Betrachtung werden wir gemeinsam mit der Bevölkerung vornehmen», sagt Geschäftsführer Philipp Rölli.

Teil der aktuellen Teilrevision ist auch die Aufhebung der Grünzone Allmendhus. Laut einem Gutachten, das die Gemeinde einholen liess, weist der schmale Grünstreifen entlang der Eschenbachstrasse einen eher geringen Wert für den Naturschutz auf. Auch wird er kaum zur Naherholung genutzt. «Die Umzonung entspricht der Anpassung an die Realität», so Philipp Rölli. Die Grünzone wird neu in die Wohnzone umgezont.

Des Weiteren soll der Reithof Wegscheiden in die Sonderbauzone Pferdesport umgezont werden. Damit werde der Bestand des Betriebs und sein langfristiges Bestehen gesichert. Die Sonderbauzone verlangt einen Gestaltungsplan, der ebenfalls öffentlich aufliegt.

Alle geplanten Umzonungen sind auf der folgenden Karte ersichtlich:

Die Teilrevision der Ortsplanung Rothenburg wird voraussichtlich im Herbst 2019 an die Urne gelangen. Die detaillierten Unterlagen sind auf www.rothenburg.ch verfügbar.

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