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Auch Root wird «zum kulturellen Trittbrettfahrer»

Nach Udligenswil, Greppen, Adligenswil und Buchrain nun auch Root: Die Regionalkonferenz Kultur (RKK) verliert ein weiteres Mitglied. Der Präsident fürchtet um die Zukunft etablierter Kulturhäuser.
Simon Mathis
Das Kleintheater gehört zu den Häusern, die die Regionalkonferenz Kultur finanziell unterstützt. Im Bild Dominic Deville bei einer Talkreihe. (Bild: Nadia Schärli (Luzern, 1. Dezember 2017)

Das Kleintheater gehört zu den Häusern, die die Regionalkonferenz Kultur finanziell unterstützt. Im Bild Dominic Deville bei einer Talkreihe. (Bild: Nadia Schärli (Luzern, 1. Dezember 2017)

Die Gemeinde Root hat offiziell ihren Austritt per 31. Dezember 2020 aus der Regionalkonferenz Kultur (RKK) bekannt gegeben. «Trotz des regen Kulturlebens in Root konnten nur wenige Projekte von der Mitgliedschaft bei der RKK profitieren», heisst es in einer Online-Mitteilung der Gemeinde.

In den vergangenen Jahren habe man festgestellt, dass verschiedene Kulturprojekte der Gemeinde Root abgelehnt worden seien oder nur einen minimalen Beitrag erhalten hätten. Der jährlich eingezahlte Beitrag von 25’000 Franken stehe «in einem grossen Missverhältnis» zu den erhaltenen Projekt- und Strukturbeiträgen. Die einzige Ausnahme sei ein einmaliger Beitrag an den Neubau des Theaterhauses kurz nach dem Beitritt Roots. Die Gemeinde ist seit 2008 Mitglied der RKK.

Die durch den Austritt frei gewordenen finanziellen Mittel wolle der Gemeinderat direkt Kulturprojekten aus Root und der näheren Umgebung zukommen lassen. «Der Austritt stellt daher keine Sparmassnahme dar», betont der Gemeinderat.

«Es ist nicht unser Auftrag, kommunale Projekte zu unterstützen»

Daniel Gasser, Ebikoner Gemeindepräsident und Präsident der RKK, bedauert den Austritt Roots. «Denn damit verabschiedet sich eine weitere Gemeinde aus diesem Solidaritätswerk und wird kulturell zum Trittbrettfahrer». Zum Vorwurf der Gemeinde, sie hätte zu wenig Beiträge erhalten, sagt Gasser: «Es ist nicht der Auftrag der RKK, kommunale Projekte zu unterstützen.» Dazu habe sie gar nicht die nötigen Mittel.

Mitglieder der RKK zahlen einen «solidarischen Beitrag an die kulturellen Zentrumslasten», erläutert Daniel Gasser weiter. Auch die Bevölkerung kleinerer Gemeinden profitiere davon, da sie Projekte von regionaler Ausstrahlung konsumieren könnten.

Die RKK greift Häusern wie dem Kleintheater Luzern oder Projekten wie dem B-Sides Festival finanziell unter die Arme. Die Organisation entstand 2008 in der Folge der kantonalen Finanzreform. Damals einigten sich Gemeinden im Grossraum Luzern darauf, einen regionalen Förderfond zu errichten.

Root ist nicht die einzige Luzerner Gemeinde, die genug hat vom RKK. Udligenswil, Greppen, Adligenswil und Buchrain sind bereits ausgestiegen – zum Leidwesen Daniel Gassers. «Mit jeder weiteren austretenden Gemeinde wird das finanzielle Korsett der Unterstützung enger», sagt Daniel Gasser. «Sollten weitere Gemeinden austreten, ist die Zukunft verschiedener etablierter Kulturhäuser und Projekte akut gefährdet.» Aktuell gehören 13 Gemeinden zur RKK.

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