Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ruswil will den Verkehr entschleunigen: Auf 40 Strassen soll Tempo 30 gelten

Im Siedlungsgebiet von Ruswil soll Tempo 30 eingeführt werden: Diese Pläne des Gemeinderats kommen bei der Bevölkerung gut an, wie eine Orientierungsversammlung zeigte. Eine der geplanten Massnahmen löste aber grössere Vorbehalte aus.
Hannes Bucher
Im Siedlungsgebiet will Ruswil auf vielen Strassen Tempo 30 einführen. (Bild: Pius Amrein, 22. November 2018)

Im Siedlungsgebiet will Ruswil auf vielen Strassen Tempo 30 einführen. (Bild: Pius Amrein, 22. November 2018)

«Es ist ein altes Bedürfnis und wir befassen uns schon lange damit.» So beschreibt Gemeinderat Rolf Marti (CVP) die Pläne, im Ruswiler Siedlungsgebiet Tempo 30 einzuführen. Das «alte Bedürfnis» war aufgrund der «Priorisierung anderer Projekte» in den Hintergrund geraten. Auf der Agenda des Gemeinderates unter dem neuen Präsidium von Franzsepp Erni (CVP) steht das Anliegen nun wieder ganz oben.

Am Montagabend hatte der Gemeinderat zu einer Infoveranstaltung eingeladen. Gut 60 Anwesende folgten der Einladung ins Pfarreiheim. Noch bis Ende März liegen die Mitwirkungsdokumente auf der Verwaltung auf, sie sind auch auf der Website der Gemeinde einsehbar.

Initialkosten von 70'000 Franken

Adrian Leuenberger von der AKP Verkehrsingenieur AG Luzern stellte die Vorgehensweise und das erarbeitete Projekt im Detail vor. Die wesentlichen Leitlinien der Planer: eine gesamtheitliche Betrachtung des gesamten Siedlungsgebietes, die Erhöhung der Verkehrssicherheit – insbesondere an Schulhausstandorten – sowie die Attraktivierung der siedlungsorientierten Strassen. Doch was versteht man unter letzteren? Aufgrund einer Analyse der Strassenhierarchien erfolgte eine Einteilung in verkehrs- und siedlungsorientierte Strassen.

Insgesamt 40 Strassen oder Strassenabschnitte wurden als «siedlungsorientierte Strassen» ausgeschieden. Sie sollen einheitlich gestaltet und mit Tempo 30 belegt werden.

Die Standardmassnahmen: Der Zoneneingang wird signalisiert, Fussgängerstreifen werden entfernt – ebenso obsolete Markierungen und Signalisationen. Die Initialkosten von rund 70'000 Franken werden von der Gemeinde getragen, allfällige spätere Unterhaltkosten – etwa die Erneuerung von Markierungen – fallen dann für die Strassengenossenschaften an.

Bürger wollen gar noch mehr Massnahmen

Bei der Fragerunde zeigte es sich: Das Projekt scheint in Ruswil auf gutem Weg. Ein Votant meinte:

«Massnahmen, welche die Bürger schützen, werden begrüsst.»

Es dürften gar noch mehr Strassen einbezogen werden: «Verschiedene Orte und Problemzonen sind vergessen worden», hörte man. So sollten auch etwa Durchfahrten bei Bauernhöfen allenfalls mit Tempo 30 belegt werden können. «Es gibt offenbar noch Bedürfnisse ausserhalb des Siedlungsgebietes», räumte Rolf Marti ein und zeigte sich offen, dieses Anliegen entgegenzunehmen.

Für den Verkehrsingenieur ist dies ein bekanntes Thema. Die Realisierung von Tempo 30 im Ausserortsbereich sei jedoch schwierig. Eine Signalisation allein reiche dort nicht aus; es müssten zusätzlich bauliche Massnahmen getroffen werden. Aber: Beim Kanton müsse ganz allgemein «sehr gut argumentiert werden». Das habe sich etwa beim Einbezug der Meierhöflistrasse und der Rosswöschstrasse gezeigt. Da hatte der Kanton offensichtliche grosse Vorbehalte. Rolf Marti brachte es auf auf den Punkt:

«Wir fordern viel – und bekommen wenig.»

Weshalb die Neuenkirchstrasse nicht aufgenommen wurde, war eine weitere Frage. Nun, sie sei als «gemeindeverbindende Strasse» taxiert worden und verfüge zudem über ein Trottoir.

Angst vor Verlust der Fussgängerstreifen

Dass Fussgängerstreifen in den ausgeschiedenen Zonen entfernt werden sollen, löste Vorbehalte aus. Die Kinder würden bei der Verkehrserziehung doch explizit darin geschult, auf dem Fussgängerstreifen die Strassen zu überqueren, sagten besorgte Eltern. «Fussgängerstreifen können auch falsche Sicherheit vermitteln», entgegnete der Verkehrsfachmann.

Gelbe «Füssli-Bodenmarkierungen» sollen für die kleinen Fussgänger als zusätzliche Orientierungshilfe für die Strassenquerung angebracht werden. Oberstes Ziel sei selbstverständlich die Sicherheit, so Leuenberger. «Gegenseitig schauen, das Miteinander aller Verkehrsteilnehmer soll funktionieren.» Andernorts zeige sich: «Das funktioniert.»

Schnelldurchlauf für «langsamer»

«Wir wollen Lösungen, die am besten sind für unsere schwächsten Verkehrsteilnehmer», resümierte Gemeindepräsident Franzsepp Erni und appellierte an die Anwesenden, bei der Vernehmlassung mitzuwirken. «Langsamer» könne es in Ruswil auf 40 Strassen künftig vorwärtsgehen – die weiteren Schritte dazu aber sollen laut Gemeinderat Marti «im Schnelldurchlauf» passieren. Bis Sommer oder Herbst soll es so weit sein.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.