Kommentar
Auf dem Mietwohnungsmarkt droht die Überhitzung

Die Leerwohnungsziffer im Kanton Luzern ist auf den höchsten Wert seit 20 Jahren gestiegen. Das kann fatale Folgen haben, sagt Politreporter Lukas Nussbaumer.

Lukas Nussbaumer
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Lukas Nussbaumer.

Lukas Nussbaumer.

Wie schnell sich die Verhältnisse doch ändern können: Noch vor zehn Jahren gab es im ganzen Land kaum freie Wohnungen. Und heute stehen allein im Kanton Luzern Tausende leer, Tendenz steigend, vorab bei den Mietwohnungen. In mehreren Regionen liegt die Leerwohnungsziffer bereits bei über zwei Prozent – ein noch vor kurzem utopisch erscheinender Wert.

Mieter, also die Mehrheit der Luzernerinnen und Luzerner und auch der Schweizer, können sich über diese Entwicklung nur freuen. Sie haben eine Auswahl, müssen sich nicht mit Dutzenden anderer Interessenten um ein neues Zuhause bewerben – und sie können vielerorts erst noch von sinkenden Mietzinsen profitieren. Allerdings nicht überall. So ist das Angebot in ländlicheren Regionen deutlich höher als die Nachfrage, während in der weiteren Agglomeration und an den besten Lagen in den Städten Mietwohnungen nach wie vor rar sind.

Doch das Gefälle zwischen Angebot und Nachfrage ist nur das kleinere Problem auf dem Wohnungsmarkt. Gesamthaft betrachtet, droht nämlich eine Überhitzung. Andere sprechen bereits von einer Immobilienblase. Doch wo, wenn nicht im Wohnungsmarkt, sollen institutionelle Anleger wie Pensionskassen investieren? Eine Frage, die nur ganz schwer zu beantworten ist. Und gleichzeitig eine Frage, auf die es bald eine Antwort braucht. Sonst wird die Blase grösser – und platzt. Mit unabsehbaren Folgen für Bauwirtschaft, Pensionskassen, Mieter und Eigenheimbesitzer.