Auf der Luzerner Allmend rockt dieses Jahr niemand – Stadt entgehen Einnahmen

Good News Productions führt heuer kein Open-Air auf der Luzerner Allmend durch. Es fehlt ein Publikumsmagnet vom Format der Toten Hosen.

Simon Mathis
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Es ist fast schon so etwas wie eine Tradition: Alle zwei Jahre spielen hochkarätige Rockbands auf der Luzerner Allmend. 2016 waren es Rammstein und Iron Maiden im Rahmen des Festivals «Allmend rockt», 2018 gaben sich Die Toten Hosen die Ehre. 2020 aber fällt der musikalische Grossanlass ins Wasser.

Rammstein spielte am 4. Juni 2016 auf der Allmend.

Rammstein spielte am 4. Juni 2016 auf der Allmend.

Bild: Philipp Schmidli

Der Veranstalter des Toten-Hosen-Konzerts, das Zürcher Unternehmen Good News Productions, bestätigt dies auf Anfrage. Der Grund dafür sei ein einfacher: «Wer ein Konzert von dieser Grössenordnung durchführen will, braucht die entsprechenden Namen dafür», erläutert Stefan Matthey, Geschäftsführer von Good News.

Das gelte für Luzern ebenso wie für Zürich oder Bern. «Der Markt hat dieses Jahr keinen Namen hergegeben, den es sich gelohnt hätte, nach Luzern zu holen.» Matthey erinnert daran, dass Die Toten Hosen 2018 rund 50'000 Besucher auf die Allmend lockten. Es gebe nur sehr wenige Künstler, die eine solche Sogwirkung entwickelten. «Wir haben von Anfang an gesagt, dass wir die Kontinuität des Anlasses nicht garantieren können, da so grosse Namen nicht immer zur Verfügung stehen», sagt Matthey.

Die Toten Hosen rockten am 25. August 2018.

Die Toten Hosen rockten am 25. August 2018.

Bild: Philipp Schmidli

Der Fokus liegt jetzt auf dem nächsten Jahr

Die Fussball-EM 2020 habe zusätzlich zum Entscheid beigetragen – sowie die Tatsache, dass die Festival-Dichte dieses Jahr in der Schweiz bereits sehr hoch sei. Vom Standort Allmend sei Good News indes nach wie vor überzeugt, betont Matthey. Das Unternehmen fokussiere sich jetzt darauf, hier 2021 ein Open-Air auf die Beine zu stellen. Aber auch für nächstes Jahr gelte:

«Ohne grossen Namen gibt es kein grosses Konzert.»

Dass Good News dieses Jahr kein Grosskonzert veranstalten wird, weiss die Stadt Luzern offiziell seit Ende 2019. «Es gibt keine verbindliche Vereinbarung zwischen Good News und uns, dass alle zwei Jahre ein Grosskonzert veranstaltet werden soll», sagt Mario Lütolf, Leiter Stadtraum und Veranstaltungen der Stadt Luzern. «Uns hat es gefreut, dass es 2016 und 2018 dazu kam. Wir konnten wertvolle Erfahrungen sammeln – und wissen auch, dass der Veranstalter sehr zufrieden war.» Von einer Enttäuschung zu sprechen, weil es heuer nicht klappt, hält Lütolf für übertrieben:

«Wir können uns damit arrangieren. In der Stadt ist im Sommer auch so viel los.»

Rockkonzerte dieser Grösse sind für Luzern indes eine gute Einnahmequelle. Durch Billettsteuer-Abgaben verdiente die Stadt allein mit dem Toten-Hosen-Konzert rund 420'000 Franken. Good News betont derweil, dass die relativ hohe Billettsteuer in Luzern kein Hindernis sei, hier auch in Zukunft Events zu organisieren.

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